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Astronomie : Sonnencreme für Sterne

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Ein Mira-Stern - dunkel Bild: Nasa

Auch die Sonne wird in fünf Milliarden Jahren ihr Gesicht rapide verändern - mit Bestandteilen, die auf der Erde Menschen für Sonnencreme nutzen.

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          Variable Mira-Sterne verdunkeln sich in sehr kurzer Zeit dramatisch. In nur einem Jahr wachsen sie rapide an und leuchten nur noch ein Tausendstel so hell wie vorher. Amerikanische Forscher haben jetzt den Grund gefunden: In der Atmosphäre dieser Sterne entstehen Stoffe, wie sie in Sonnencreme benutzt werden.

          Viele Sterne erhellen und verdunkeln sich leicht. Dieses Phänomen können Astronomen erklären. „Sie pulsieren wie ein schlagendes Herz“, sagt Astrophysiker Joshua Goldston. Bei Mira-Sternen handelt es sich aber um ganz andere Größenordnungen.

          Metalloxyde halten das Licht ab

          Diese sind mit den normalen Schwankungen in der Aktivität der Sterne nicht zu erklären, also untersuchten Goldston und sein Partner Mark Reid vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics eine These aus 1933. Damals hatten die Astronomen vermutet, das Metalloxyde in der Atmsophäre eines variablen Sterns entstehen könnten, die Licht absorbieren und den Stern sich verdunkeln lassen.

          Ein Mira-Stern - hell

          Reid und Goldston fanden, dass Titanoxyd - ein Stoff, der in Sonnencremes verwendet wird - in der Atmosphäre variabler Sterne entsteht und das Licht verdunkelt. „Durch die äußeren Schichten der Sterne dringt nur noch so wenig Licht, so dass die Sterne für das menschliche Auge zu verschwinden scheinen“, sagt Reid. „Überraschend ist, dass Sterne ihre eigene Sonnecreme erzeugen - denn das ist genau das, was variable Mira-Sterne tun. Und es hat großen Einfluss darauf, wieviel wir von dem Stern sehen!“

          Mira-Sterne erzählen von der Zukunft der Sonne

          Wenn die Sterne sehr groß geworden sind, kühlen die äußeren Schichten stark ab. Ganz weit außen kann sich sogar Grafit-Staub bilden. Tatsächlich haben manche Mira-Sterne Grafit-Schalen um sich aufgebaut. Dieser Staub hält so viel Licht innen, dass die Sterne gar kein Licht mehr aussenden. Er ist aber auch das Material, aus dem später neue Sterne entstehen können.

          „Mira-Sterne zu untersuchen ist deshalb so spannend, weil sie uns über die Zukunft unserer eigenen Sonne erzählen“, sagt Reid. Die Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren zu einem variablen Mira-Stern. Bis dahin wird sie schon angewachsen sein und ihre inneren Planeten, darunter die Erde, gefressen haben.

          Reid zufolge hielten zwar Hautärzte die Menschen dazu an, Sonnencreme zu benutzen, aber „wir hätten nie erwartet, dass Sterne soetwas auch verwenden könnten!“

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