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Astronomie : Planet Nummer 100 außerhalb des Sonnensystems entdeckt

  • Aktualisiert am

Jupiter - ähnlich groß wie Nummer 100 Bild: Nasa

Planetensucher fanden nicht nur den 100. extrasolaren Planeten, sondern auch eine Methode, weitaus kleinere Himmelskörper aufzuspüren.

          2 Min.

          Ein internationales Astronomenteam hat den 100. Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Der Himmelskörper hat ungefähr die Masse des Jupiter und ist 100 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das berichteten die Wissenschaftler um Hugh Jones von der Universität Liverpool auf einer Konferenz zum Thema „Ursprung des Lebens“ in Graz (Österreich). Der jüngste Fund, könnte Hinweise darauf geben, wie extrasolare Planeten entstanden sind.

          "Jetzt, wo wir aufgrund genauerer Methoden mehr Planeten außerhalb des Sonnensystems finden, können wir Hinweise darauf sehen, wie Planeten geformt werden", sagte Hugh Jones von der Liverpool John Moores University, der das britische Team leitete. Es gebe zweierlei Muster, eines für Planeten, die ihren Stern eng umkreisen und andere mit weiten Orbits. Der neuentdeckte Planet gehöre zur zweiten Gruppe: "Warum es zwei Gruppen gibt? Diese Frage können uns hoffentlich die Theoretiker beantworten."

          Nicht direkt gesehen

          Sehen konnten die Astronomen den Planeten - wie auch die zuvor entdeckten - allerdings nicht: Nachgewiesen haben sie den Himmelskörper einzig durch die Beobachtung des Sterns, den er umkreist. Dieser gerät durch den Umlauf des Planeten leicht ins „Taumeln“, woraus die Forscher auf Masse und Bahn des Planeten schließen können. Die Forscher nutzten dazu das 3,9 Meter große Anglo-Australische Teleskop (AAT) in New South Wales. Sie fanden den Planeten bei einem Programm, das erdähnliche Planeten auffinden soll.

          Der neue Planet hat eine Masse, die der des Jupiter ähnelt. Er umkreist den Stern Tau1 Gruis, der im Sternbild Kranich steht. Der Abstand des Planeten zu seiner Sonne ist drei Mal so groß wie der Abstand Erde-Sonne.

          Die Wissenschaftler erhoffen sich aus ihren Beobachtungen Erkenntnisse über die Entstehung von Planetensystemen und über die mögliche Zahl von Planeten, die unserer Erde ähneln. Bis zur Entdeckung des ersten Planeten vor etwa zehn Jahren hatten Astronomen bezweifelt, dass solche Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems überhaupt existieren. Mit den verfeinerten Messmethoden ist in den vergangenen Jahren die Zahl der bekannten Planeten jedoch rasch angestiegen.

          Theoretiker sehen Hinweise auf neue Planeten

          Die Theoretiker, die Hugh Jones um Antworten bittet, hatten derweil einen weiteren Erfolg zu berichten. Ein Computermodell der Forscher um Ben Bromley von der University of Utah und Scott Kenyon vom Smithsonian Astrophysical Observatory hat ergeben, dass sich in den Staubwolken um Sterne herum, zunächst klare Ringe aus kaltem Staub bilden ehe ein planet entsteht.

          Diese Erkenntnis könnte auch die Suche nach weiteren Planeten erleichtern, denn die Teleskope könnten nach Staubringen suchen. "Damit könnten viel kleinere Planeten gefunden werde", sagte Kenyon. Nach dem Auffinden von Nummer 100 also ein weiterer Lichtblick für die Planetensucher.

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