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Astronomie : Neue Beweise für Klimawandel auf dem Mars

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Klimaspeicher: Eis am Mars-Südpol Bild: Nasa

Verräterische Eisschicht an den Polkappen des Mars. Sie haben französischen Forschern neue Hinweise darauf gegeben, dass der Planet nicht immer eine Wüste war.

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          Wie auf der Erde, so hat sich auch auf dem Mars im Laufe der Zeit das Klima gewandelt. Das ist das Ergebnis einer Studie französischer Wissenschaftler, die das Wissenschaftsmagazin „Nature“ in seiner neuen Ausgabe veröffentlicht. Als Beleg für den Klimawandel auf dem Roten Planeten dienten den Forschern neue Bilder von der bis zu 2,5 Kilometer dicken Eiskuppe auf der Nordseite des Mars.

          Die äußerst genauen Aufnahmen der US-Sonde Mars Global Surveyor, einem Forschungssatelliten, der seit gut drei Jahren den Roten Planeten umkreist, zeigen ein Spiral-Muster von mit Rillen durchzogenen Eisschichten. Die Forscher deuten dies als Einwirkung von starken Winden und Sonne.

          Junge Eisschicht = rascher Klimawandel?

          Die Wissenschaftler unter der Leitung von Jacques Lasker vom Nationalen Wissenschaftszentrum (CNRS) in Paris geben den durchschnittlichen Zuwachs der Eiskuppe mit 0,05 Zentimetern pro Jahr an. Das würde bedeuten, dass die Eisschicht rund fünf Millionen Jahre alt ist - also relativ jung im Vergleich zum Alter des Planeten, das auf etwa viereinhalb Milliarden Jahre beziffert wird. Frühere Schätzungen waren davon ausgegangen, dass die Eisschicht seit bis zu 35 Millionen Jahren existiert.

          Den Grund für die sich wandelnden Klimabedingungen auf dem Planeten sehen die Forscher darin, dass der Mars sehr stark um die Achse seiner Umlaufbahn „schwingt“, so dass unterschiedlich viel Sonnenlicht auf ihn fällt.

          Esa bereitet Mars-Mission vor

          Im kommenden Jahr dürfen die Mars-Forscher auf neue Erkenntnisse auch über das frühere Klima auf dem Roten Planeten hoffen. Denn im Juni 2003 wird die Europäische Raumfahrtagentur Esa ihre "Mars-Express"-Mission starten. Während des "ersten Aufbruchs der Alten Welt zum Mars" wird der kleine silbergraue Rover "Beagle 2" über den zerklüfteten roten Steinboden unseres Nachbarplaneten rollen und Bodenproben nehmen. Dabei wird es neue Erkenntnisse über die geologischen Veränderungen auf dem Mars geben - direkte Hinweise auf frühere Klimabedingungen, möglicherweise aber auch eine Quelle für den Nachweis frühen oder primitiven Lebens auf dem Roten Planeten, worauf die Raumfahrer seit einiger Zeit immer wieder hoffen. Im Interspace-Testzentrum im französischen Toulouse feilen die Techniker derzeit an den letzten Feinheiten der europäischen Mars-Mission.

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