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Astronomie : Jupiter ist am Januarhimmel kaum zu übersehen

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Jupiter ist der Topstar am nächtlichen Januarhimmel Bild: dpa

Der Riesenplanet Jupiter strahlt im Januar am Nachthimmel. Mehr dazu in der Vorschau auf den Sternenhimmel mit Grafik.

          3 Min.

          Absoluter Glanzpunkt am winterlichen Sternenhimmel ist im Januar der Riesenplanet Jupiter. Er dominiert mit seinem hellen Leuchten alle anderen Gestirne am Nachthimmel und ist kaum übersehbar. In der Neujahrsnacht kommt Jupiter in den frühen Morgenstunden in Opposition zur Sonne. Vom irdischen Standpunkt aus stehen sich Sonne und Jupiter damit am Firmament gegenüber.

          Mit Sonnenuntergang geht der Riesenplanet im Nordosten auf, ist um Mitternacht hoch im Süden zu sehen und geht morgens zu Sonnenaufgang wieder unter. Der Riesenplanet ist fünf Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde.

          Zur Opposition trennen uns 626 Millionen Kilometer von Jupiter. Ein Lichtstrahl oder Funksignal einer Raumsonde benötigt dabei knapp 35 Minuten, um von Jupiter zur Erde zu gelangen. Bereits in einem kleinen Fernglas erkennt man die vier großen Jupitermonde, die zu Ehren ihres Entdeckers die Galileischen Monde genannt werden. Galileo Galilei sah sie erstmals im Jahre 1610, als er sein kleines, selbst gefertigtes Teleskop auf den Riesenplaneten richtete.

          Marius benannte Jupitermonde

          Er war jedoch nicht der Erste, der die hellen Jupitermonde beobachtete. Wenige Monate vor ihm erkannte Simon Mayr im fränkischen Ansbach die vier großen Jupitertrabanten. Mayr, der sich latinisiert Marius nannte, war fürstlicher Hofastronom und Mathematiker der Markgrafen von Brandenburg in Franken. Auf Mayr geht auch der Vorschlag zurück, die Jupitermonde nach Gestalten aus der griechischen Mythologie zu benennen. Sie heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

          Mit elffachem Erddurchmesser ist Jupiter der größte Planet unseres Sonnensystems. Rund 1.300 Mal passt die Erdkugel in den Jupiterglobus hinein. Mit 318-facher Erdmasse ist Jupiter auch der schwerste der Planeten. Eine dichte Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium, Methan und Ammoniak umschließt den Planetenkörper. Im Teleskop sind zahlreiche Wolkenbänder und Streifen parallel zum Jupiteräquator zu erkennen. Jupiter dreht sich sehr schnell. Ein Jupitertag dauert nicht einmal zehn Stunden.

          Aldebaran leuchtet rötlich

          Außer Jupiter ist noch der ringgeschmückte Saturn am abendlichen Winterhimmel vertreten. Saturn hält sich im Sternbild Stier nahe dessen Hauptstern Aldebaran auf. Während Aldebaran rötlich leuchtet und funkelt, zeigt sich Saturn in einem fahlen, gelblichen Licht. Zwar ist Saturn längst nicht so hell wie Jupiter, übertrifft aber deutlich Aldebaran an Helligkeit. Zur Zeit ist der Saturnring weit geöffnet, weshalb er besonders hell erscheint. Man blickt gegenwärtig auf die Südseite des Ringsystems. Um den Ring einwandfrei zu erkennen, benötigt man ein kleines Teleskop mit mindestens dreißigfacher Vergrößerung.

          Während Saturn fast die ganze Nacht über sichtbar bleibt und sich erst in den frühen Morgenstunden von der Himmelsbühne zurückzieht, kann der inzwischen recht lichtschwache Mars nur in den Abendstunden noch tief im Südwesten erkannt werden. Der sonnennahe Merkur bietet bis Mitte Januar 2002 eine Abendsichtbarkeitschance. Vom 4. an kann man unter guten Sichtbedingungen den flinken Planeten in der Abenddämmerung tief am Südwesthimmel erkennen. Nach dem 18. wird man vergeblich nach ihm Ausschau halten. Venus taucht erst im Laufe des Februar allmählich als Abendstern auf.

          Vollmond am 28.

          Der Mond kommt am 13. um 14.29 Uhr in Neumondstellung. Am 28. leuchtet er in vollem Glanze im Sternbild Zwillinge nahe Jupiter. Der exakte Vollmondtermin ist um 23.50 Uhr am 28. Bereits am 24. wandert der Mond äußerst knapp nördlich an Saturn vorbei - ein interessanter Himmelsanblick am frühen Abend. Am 2. steht der Mond mit 365 410 Kilometer in Erdnähe, seine Erdferne erreicht er am 18., wobei ihn dann 405 510 Kilometer von uns trennen. Zu Monatsende, nämlich am 30., kommt er nochmals in Erdnähe. Seine Distanz misst dann 359 990 Kilometer.

          Der Fixsternhimmel zeigt zur abendlichen Beobachtungsstunde den typischen Wintercharakter. Im Süden steht Orion, der Himmelsjäger, gefolgt vom Großen Hund mit seinem bläulich-weiß funkelnden Hauptstern Sirius. Von allen Fixsternen ist Sirius der hellste. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung gehört er zu den Nachbarsternen der Sonne. Stier und Zwillinge werden von den Riesenplaneten Saturn und Jupiter gewissermaßen aufgewertet. Tief am Osthorizont ist bereits der Löwe erschienen, erster Vorbote des kommenden Frühlings.

          Sonne steigt wieder höher

          Die Erde kommt am 2. mit gut 147 Millionen Kilometer in Sonnennähe. Das Sonnenlicht braucht dabei acht Minuten und zehn Sekunden, um zur Erde zu gelangen. Anfang Juli, wenn wir uns in Sonnenferne befinden, ist das Sonnenlicht siebzehn Sekunden länger zur Erde unterwegs. Die Sonne steigt allmählich wieder höher, ihre Mittagshöhe nimmt um knapp sechs Grad zu, die Tageslänge wächst um rund eine Stunde an.

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