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Astronomie : Gestochen scharfe Bilder aus der Vergangenheit

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"Neue Kamera leistungsfähiger": Hubble-Experte Florian Kerber (ESA) im F.A.Z. Business-Radio Bild:

Die Technik lässt stauen, die Bilder machen atemlos. Astronomen zeigten die Belege für neue Erkenntnisse über das Alter des Universums.

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          Das europäisch-amerikanische Hubble-Teleskop hat sich selbst übertrumpft und mit seiner neuen Digitalkamera spektakuläre Bilder ausder Frühzeit des Universums geliefert. Die neue „Advanced Camera for Surveys“ (ACS) „öffnet ein großes neues Fenster ins Universum. Diese Aufnahmen gehören zu den besten, die je vom fernen Universum gesehen wurden“, sagte Holland Ford, der leitende Wissenschaftler von der Johns Hopkins Universität, bei der Vorstellung der ersten Bilder der neuen Kamera.

          Vier Bilder veröffentlichten die Wissenschaftler am Dienstag bei einer Pressekonferenz der US-Raumfahrtbehörde NASA. Besonders beeindruckt waren sie von der Aufnahme einer 420 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie, die wegen ihres 280.000 Lichtjahre langen Schwanzes als „Tadpole“-Galaxie (Kaulquappen-Galaxie) bezeichnet wird. Das Bild zeigt nach Angaben der Raumfahrtbehörde Nasa einen langen Schwanz aus Sternen, der wie ein wirbelnder Feuerwerkkreisel wirkt - ein Beleg für die Dynamik des Universums.

          „Tadpole“ - neuer Star aus der Unendlichkeit

          Die Forscher staunten auch über die riesige Zahl von Galaxien, die im Ausschnitt hinter „Tadpole“ noch zu sehen sind - mehr als 6.000. Dies sind doppelt so viele wie bei der legendären Aufnahme Hubble Deep Field (HDF) von 1995. Mit der neuen Kamera brauchte Hubble für die Bilder auch nur ein Zwölftel der Zeit, die für die alte Aufnahme nötig war.

          Der Konus-Nebel - die Höhe entspricht einer Entfernung von 23 Millionen Reisen zum Mond

          Voller Begeisterung waren die Wissenschaftler auch über einen kleinen roten Fleck hinter „Tadpole“. Es handelt sich dabei um das Bild einer Galaxie aus der frühsten Kindheit des Universums. Die Galaxie entstand wahrscheinlich „nur“ eine Milliarde Jahre nach dem Urknall vor etwa 13 bis 14 Milliarden Jahren. „Wir blicken nun weit zurück in die Vergangenheit, als das Universum jung war, und sehen das Licht von Ereignissen, die vor Milliarden Jahren stattfanden“, sagte Ford.

          Zu den weiteren Höhepunkten der ersten Fotoserie gehört ein Bild des Schwanennebels, eine Brutstätte neuer Sterne inmitten wirbelnder Gasschwaden. Ein weiteres Bild, das die Wissenschaftler in Begeisterung versetzte, zeigt den oberen Teil des Konusnebels inmitten gewaltiger Gassäulen vor einem rötlich schimmernden Hintergrund. Das letzte Bild offenbart die Kollision zweier 300 Millionen Lichtjahre entfernter Galaxien.

          Erstaunen über neue Kameratechnik

          Die Wissenschaftler zeigten sich von der Qualität der Bilder selbst überrascht. Sie hatten zwar eine deutliche Verbesserung erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Die Nasa sprach von einer Panorama-Qualität der Bilder, die an einen Breitbandfilm erinnerten. Jedes Bild enthält etwa 16 Millionen Teilchen oder Megapixel. Im Vergleich dazu bieten die handelsüblichen Digitalkameras zwischen zwei bis vier Megapixel.

          Die neue „Advanced Camera for Surveys“ war im März von der Besatzung der Raumfähre Columbia im Rahmen einer kompletten Verjüngung des Teleskops eingebaut worden. Sie ist zehn Mal so leistungsfähig wie die alte. Demnächst soll auch eine spezielle Infrarotkamera, die seit drei Jahren nicht mehr funktionierte, wieder arbeiten, und dann erwarten die Hubble-Wissenschaftler weitere spektakuläre Bilder.

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