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Astronomie : Doch nicht türkis - neue Farbe fürs Weltall

  • Aktualisiert am

Auch die Hubble-Galaxie trägt zur Gesamtfarbe bei Bild: dpa

Verrechnet: Das Weltall sieht von außen wohl nahezu weiß aus und nicht türkis.

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          Die Frage ist eine rein hypothetische: Welche Farbe würde ein Mensch sehen, wenn er von außen auf das Universum blickte? Zwei Astronomen, die in der Fußnote einer Veröffentlichung im Januar diese Frage mit türkis beantwortet haben, fanden sich nicht nur im Medieninteresse wieder, sondern auch in der Kritik. Sie haben sich nämlich verrechnet.

          Karl Glazebrook und Ivan Beldry wollten das gesamte Licht aller Sterne und Galaxien zusammenrechnen und eine Farbe ausmachen (siehe Link: Die Farbuntersuchung des Universums). Dazu nahmen sie das derzeit bekannte Wellenlängenspektrum des Universums und berechneten, was Auge und Gehirn des Menschen aus diesem Spektrum für eine Farbe machen.

          Bei Nacht sind alle Katzen grau

          Augen nehmen Farben jedoch bei unterschiedlicher Beleuchtung unterschiedlich wahr. Nicht von ungefähr gibt es den Spruch: Bei Nacht sind alle Katzen grau. Deshalb hat die Farbwissenschaft den so genannten Weißpunkt eingeführt. Der definiert, welche Farbe das Auge bei bestimmtem Licht als Weiß sieht.

          Bei der Wahl des Weißpunktes lagen die beiden Forscher jedoch knapp daneben. Ihr Weiß gleicht einem Weiß unter der Beleuchtung einer roten Neonlampe. Und so kommt es, dass das Ergebnis aus dem Januar „Das Universum sieht türkis aus“ sich zu einem „Das Universum sieht unter rotem Neonlicht türkis aus und unter Tageslicht eher weiß“ wandelte.

          Was den Wissenschaftlern jetzt noch fehlt, ist ein Name für die Farbe, denn „Beige“ ist wohl etwas zu profan für die Farbe des Alls. Und auf noch etwas können die beiden verzichten: weitere Aufmerksamkeit. Denn Glazebrook betont, trotz aller Entschuldigungen für den unterlaufenen Fehler, dass es sich nur um die spaßhafte Fußnote einer Veröffentlichung handele. „Nur eine Hand voll Farbwissenschaftlern hatte die Expertise, unseren Fehler zu bemerken. Die Moral der Geschichte: Wir hätten der Farbwissenschaft mehr Beachtung schenken sollen!“

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