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Astronomie : Die am weitesten entfernten Galaxien

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Die weit entfernten Galaxien Bild: Nasa

In so weiter Ferne hat noch kein Teleskop vorher Galaxien entdeckt - 13,5 Milliarden Lichtjahre sind sie entfernt.

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          Neuentdeckte Galaxien ermöglichen einen Blick in die Frühzeit des Universums. Europäische Wissenschaftler haben in 13,5 Milliarden Lichtjahren Entfernung bislang unbeobachtete Galaxien gefunden. Damit haben sie so weit entfernte Sternsysteme entdeckt, wie nie jemand zuvor.

          Die riesige Entfernung ermöglicht einen Blick in die Vergangenheit, weil das Licht sehr lange von den Sternen bis zu uns braucht - nämlich 13,5 Milliarden Jahre. Das heißt, die Beobachtung der Galaxien zeigt ein Stadium, in dem das Universum gerade ein Zehntel seines jetzigen Alters erreicht hatte.

          Radio-Galaxien als Ausgangspunkt

          Auf die Spur der „neuen“ Galaxien sind die Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtbehörde Esa anhand von Bildern des, wörtlich übersetzt, sehr großen Teleskops in Chile gekommen. Das VLT, das Very Large Telecope steht dort in Paranal. Sie beobachteten von dort aus Radio-Galaxien. Diese Systeme senden auf Grund von gewaltsamen Prozessen an Schwarzen Löchern vor allem Radiowellen aus. Radiowellen sind weithin sichtbar und relativ leicht zu beobachten.

          Die Astronomen gingen also von der am weitesten entfernten Galaxie aus, die sie beobachten konnten, der Radio-Galaxie TN J1338-1942. Sie nahmen Bilder dieses Sternsystems und bearbeiteten sie mit zwei Filtern. Auf den daraus resultierenden Bildern fanden sie die neuen Galaxien.

          Haufenbildung im All

          Eine zentrale Frage der modernen Astronomie ist es, wie sich Galaxien geformt haben. Anhand der neuentdeckten Galaxie können die Astronomen die These überprüfen, ob Sternsysteme schon kurz nach ihrer Entstehung Haufen gebildet haben. Theoretische Modelle sagen Haufenbildung voraus: Die Klumpen, die sich in urzeitlichen Gasen bilden, formen Sterne, die wiederum Haufen bilden. Die Beobachtungen an den neuen Galaxien lassen vermuten, dass sie schon früh Gruppen bildeten. Esa-Wissenschaftler halten die neuentdeckte Struktur für „die beste Möglichkeit, die es bis jetzt gab, zu untersuchen, wann und wie Galaxien nach dem Urknall angefangen haben, Haufen zu bilden.“

          Weitere Berechnungen lassen eine Schätzung des Gewichtes der Galaxien zu. Die Zahl, die für diese Galaxien entsteht ist tausend mal eine Million mal eine Million die Masse der Sonne. Das ist mit anderen Galaxien, die uns näher liegen, vergleichbar.

          Nach der Entdeckung der Galaxien sind auch weitere Beobachtungen, unter anderem mit dem Hubble Space Telescope geplant.

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