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Astronomie : Der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres

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So schön kann ein Sonnenuntergang im Winter sein Bild: dpa

Am 22. Dezember ist es wieder soweit: die Tage werden wieder länger, auch wenn es mit der Kälte noch lange nicht vorbei ist.

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          Aus Sicht der Meteorologen hat der Winter schon am 1. Dezember begonnen - und in diesem Jahr schon mit klirrender Kälte, Glätte und Schnee auf sich aufmerksam gemacht. Am 22. Dezember steht nun auch der astronomische Beginn der vierten Jahreszeit ins Haus.

          Der kalendarische Winterbeginn markiert den kürzesten Tag des Jahres in Europa. Mit Anbruch der vierten Jahreszeit erreicht die Sonne ihren tiefsten Stand am südlichen Wendekreis. Daher erhielt dieser Tag den Namen Wintersonnenwende. Eigentlich hat die Wintersonnenwende in diesem Jahr schon am 15. Dezember stattgefunden. Die Sonne geht wieder später unter und es bleibt länger hell, wenn auch zunächst kaum merklich. Ursache der einwöchigen Differenz sei die elliptische Umlaufbahn der Erde um die Sonne, sagt Holger Kersten von der Sternwarte Greifswald.

          In Flensburg weniger Sonne als in Garmisch-Partenkirchen

          „Wäre die Erdbahn kreisförmig, fielen sowohl der früheste Sonnenuntergang wie der späteste Aufgang auf den kürzesten Tag am 22. Dezember“, sagte Kersten. Dieses Datum der Wintersonnenwende ist nämlich nicht von der Form der Bahn abhängig, sondern von der Höhe der Sonne über dem Horizont. „Und am 22. Dezember um 2.14 Uhr erreicht die Sonne die südlichste Deklination des Jahres. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nordhalbkugel am weitesten von der Sonne weg gekippt. Die Sonne steht dann genau über dem südlichen Wendekreis.“

          Deshalb müssen die Menschen im Norden auch mit weniger Sonne auskommen als im Süden: „Die deutsche Stadt mit dem kürzesten Tag ist Flensburg, wo die Sonne am 22. Dezember nur sieben Stunden und zwölf Minuten zu sehen ist. In Garmisch-Partenkirchen dauert der Tag dagegen acht Stunden und 26 Minuten“, rechnet Kersten vor.

          St. Martin und Nikolaus als Boten des Winters

          So zuverlässig wie die Sonne in der kalten Jahreszeit auf- und untergeht, hat sich der Beginn des Winters nicht immer bestimmen lassen. Die Berechnung des Winteranfangs geht auf eine lange Tradition zurück. Meist hieß es ganz einfach, dass der Winter immer dann beginnt, wenn der erste Schnee fällt. Aber auch Allerheiligen am 1. November oder St. Martin am 11. des Monats galten als Stichtage für den ersten Wintertag, zumal die „heiligen Männer“ gern am Ofen sitzen und St. Martin auf einem Schimmel geritten kommt, der als Symbol für den Schnee gedeutet wurde.

          Auch der Rauschebart des heiligen Nikolaus wurde als Hinweis auf die weiße Pracht des Winters verstanden. Weitgehende Übereinstimmung ließ sich immerhin erzielen, dass die Mitte des Winters allgemein für den 25. Januar zu erwarten sei, an dem die eingelagerten Futter- und Nahrungsvorräte folglich erst zur Hälfte aufgebraucht sein durften.

          Unabhängig von jeder zeitlichen Festlegung gilt es einer Bauernregel zufolge aber immer als sicher, dass der Winter sich nicht aufhalten lässt noch dass er ganz ausbleibt. Auf die einfachste Formel gebracht heißt das: „ Kommt er nicht früh, so kommt er spät ins Haus.“ Die Wettervorhersage für den diesjährigen Beginn des Winters am 22. Dezember lässt leider nicht auf einen klassischen Winteranfang mit viel Schnee hoffen. Kalt und dunkel wird es wahrscheinlich dennoch sein.

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