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Astronomie : Den größten bekannten Asteroiden virtuell aufgespürt

  • Aktualisiert am

Bild: Esa

Zweihundert Jahre lang hielt Ceres den Rekord, der größte Asteroid im Sonnensystem zu sein. 2001 KX76 schlägt ihn - und wartet auf einen Namen.

          1 Min.

          Der bisherige Rekordhalter Ceres misst 950 Kilometer im Durchmesser. Er hält den Rekord, der größte bekannte Asteroid zu sein, seit zweihundert Jahren, als der italienische Astronom Giuseppe Piazzi ihn am 1. Januar 1801 entdeckte. Jetzt hat er von einem Neuling - im Juli 2001 entdeckt - Konkurrenz bekommen. Je nach Schätzung könnte 2001 KX76, so der vorläufige Name des Objekts, 1.200 oder sogar 1.400 Kilometer messen.

          Aufgespürt hat 2001 KX76 eine Gruppe deutscher, finnischer und schwedischer Astronomen mit Hilfe eines virtuellen Teleskops. Astrovirtel simuliert aus einer großen Datenbank Blicke in den Himmel und führt so schon bekannte Daten zu neuen Ergebnissen. Die erste Spur des Asteroiden entdeckten die Astronomen im Kuiper-Gürtel in den äußeren Bereichen des Sonnensystems hinter Neptun. Dort zieht eine Unzahl eisiger planetenähnlicher Himmelskörper ihre Kreise. Mehr als 400 sind den Astronomen bekannt. Doch die Messungen an 2001 KX76 blieben zunächst spärlich.

          Daten aus alten Fotoplatten

          Wie immer als ersten Schritt auf der Suche nach Asteroiden versuchten die Astronomen, die Bahn von 2001 KX76 zu klären. Danach bestimmen sie die Albedo, das Verhältnis von eingestrahlter Sonnenenergie zu Absorption. Aus diesen Daten leiten sie den Durchmesser des Himmelskörpers ab. Bei 2001 KX76 zog Astrovirtel Daten aus bis zu neunzehn Jahre alten Fotoplatten, auf denen schattenhafte Abbildungen von 2001 KX76 zu sehen waren.

          Daraus ergaben sich die Daten: Zwischen 1.200 und 1.400 Kilometer Durchmesser - je nachdem aus welchem Material 2001 KX76 ist. Er scheint dem Planeten Pluto ähnlich zu sein und ist sogar größer als der Plutomond Charon. Der Asteroid ist 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, das entspricht 43-mal dem Abstand Erde-Sonne oder eineinhalb Mal dem Abstand Neptun-Sonne.

          Mythologischer Name

          Der nächste Schritt wird die Taufe des Himmelskörpers sein. Wie alle Objekte im Kuiper-Gürtel wird es ein mythologischer Name sein, der mit Schöpfung zu tun hat. Die Astronomen versuchen derweil die Langfrist-Bahn von 2001 KX76 zu verfolgen.

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