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Astronomie : Brauner Zwerg in der Nachbarschaft

  • -Aktualisiert am

Rechts der Stern Epsilon Indi A und eingekreist der neuentdeckte Braune Zwerg Bild: Eso

Mit zwölf Lichtjahren Abstand von der Sonne ist der neu entdeckte Braune Zwerg mit Namen Epsilon Indi B der nächste bislang bekannte.

          Der Stern Epsilon Indi im Sternbild des Indus am südlichen Himmel ist nicht allein. Ihn begleitet ein Brauner Zwerg, wie ein europäisches Astronomenteam kürzlich entdeckte. Er wurde dadurch zu Epsilon Indi A und Epsilon Indi B, wie die Wissenschaftler den Kompagnon tauften, ist der unserer Sonne am nächsten gelegene bislang bekannte Braune Zwerg. Epsilon Indi B ist von der Sonne zwölf Lichtjahre entfernt.

          Die Astronomen kamen dem Braunen Zwerg seiner großen Geschwindigkeit wegen auf die Spur. Zusammen mit seinem hellen Partner zieht er in 400 Jahren mehr als einen Monddurchmesser weit über den Himmel - für so genannte Fixsterne eine ganze Menge. Die Astronomen des Institute for Astronomy in Edinburgh stießen bei der Untersuchung von alten Fotos des SuperCosmos Sky Survey und des Two Micron All Sky Survey mit neuen Methoden auf Epsilon Indi B. Aufschluss über die Eigenschaften des Braunen Zwerges gaben weitere Messungen mit dem 3,5-Meter-Teleskop des La Silla Observatoriums der Europäischen Süd-Sternwarte (Eso) in Chile.

          T-Klassen-Zwerg

          Epsilon Indi B ist etwa 45-mal so schwer wie der Planet Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem, und hat eine Oberflächentemperatur von nur tausend Grad. Er gehört zur Klasse der so genannten T-Zwerge, die zwischen Riesenplaneten und Sternen liegt. Der neu entdeckte Braune Zwerg ist der nächste und hellste bislang bekannte seiner Art. Weitere Studien könnten Astronomen wichtige Hinweise darauf geben, wie Braune Zwerge entstehen und sich entwickeln.

          Heute glauben Astronomen, dass Braune Zwerge sich sehr ähnlich wie Sterne bilden - durch das In-sich-Zusammenstürzen von Staub- und Gaswolken. Die Gründe dafür, dass sie keine Sterne werden, sind allerdings unklar. Sie bleiben bei Massen von weniger als 7,5 Prozent unserer Sonne oder etwa 75-mal der Masse des Jupiters und entzünden sich nicht. Das heißt, die Wasserstoff-Fusion kommt bei ihnen nicht in Gang, der Energiegewinnungsmechanismus, der Sterne lange und nachhaltig „brennen“ lässt, fehlt. In einer kurzen Phase verbrennen die Braunen Zwerge ihren gesamten Deuterium-Vorrat, danach kühlen sie einfach immer weiter ab.

          Erst 1995 nachgewiesen

          Dass es diese Himmelskörper geben könnte, begannen Astronomen vor 40 Jahren zu diskutieren. Erst 1995 wurden aber die ersten als Begleiter von Sternen entdeckt. Mittlerweile sind auch einige bekannt, die allein durch unsere Galaxie schweifen. Der geringen Temperatur wegen sind die Braunen Zwerge fast nicht mit optischen Gerätschaften zu sehen. Astronomen müssen sich infrarote Strahlung zunutze machen, um die Himmelskörper indirekt aufzuzspüren.

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