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Astronomie : Braune Zwerge als Brücke zwischen Sonnen und Planeten

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Gibt es ein Zwischending zwischen Stern und Planet? Astronomen glauben seit geraumer Zeit daran. Zwei italienische Forscher scheinen nun der Antwort näher gekommen zu sein.

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          Sterne, Planeten, Monde, Asteroiden - Himmelskörper lassen sich fein säuberlich einteilen und somit voneinander unterscheiden. Doch die Natur hat im allgemeinen nicht viel übrig für menschliche Ordnungsliebe. Ein italienisches Forscherteam hat nun möglicherweise ein Zwischending, einen Himmelskörper mit sternähnlichen und gleichzeitig planetenähnlichen Eigenschaften entdeckt. Gleichzeitig geben diese Erkenntnisse wohl Auskunft über die Natur jener dunklen Kugeln, die als Braune Zwerge bezeichnet werden.

          Die äußerst lichtschwachen Objekte haben sich lange vor den menschlichen Augen versteckt. Erst 1995 wurden sie nach Angaben der Europäischen Weltraumagentur Esa entdeckt. Schon bald spekulierten Astronomen darüber, ob es sich bei den Braunen Zwergen um jenen "missing link" zwischen Sternen und Planeten handeln könnte, an dessen Existenz die Wissenschaftler seit langem glauben.

          Die Lösung liegt in der Scheibe

          Nach ersten Untersuchungen schien es jedoch eindeutig, dass es sich bei den Braunen Zwergen um verhinderte Sterne handelt. Aufgrund ihrer Masse waren sie näher an einem Stern als an einem Planeten, doch warum auch immer: es hatte nicht dazu gereicht, eine Sonne zu werden. Doch dann gab es eine Überraschung. Es wurden Braune Zwerge entdeckt, die eine so geringe Masse haben, dass sie eher als große Planeten angesehen werden mussten.

          Was nun? Die Frage ist bis ins letzte Detail weiterhin unbeantwortet. Doch Antonella Natta und Leonardo Testi, zwei Forscher des Astrophysikalischen Instituts in Florenz, fanden einen weiteren Ansatz. Sie suchten nach Braunen Zwergen, die von einer Gasscheibe umgeben sind, wie sie normalerweise bei jungen Sonnen zu finden sind. Aus diesen Scheiben entwickeln sich die Planetensysteme, in dem sich Materie und Gase, die sich der junge Stern nicht einverleibt, durch Gravitationskräfte zu mehreren Kugeln formen, die den neuen Stern dann umrunden wie die Erde die Sonne.

          Rätselhafte "freie" Himmelskörper

          So gesehen deutet alles darauf hin, dass die noch recht rätselhaften dunkelbraunen Kugeln tatsächlich als verhinderte Sterne angesehen werden müssen - wäre da nicht die geringe Masse und vor allem die Tatsache, dass man überraschenderweise auch quasi frei im Raum schwebende Braune Zwerge entdeckt hat. Solche von Sternen "unabhängige" Himmelskugeln können sich die Astronomen nur als aus ihrem System herauskatapultierte Planeten vorstellen - oder beispielsweise als ältere Braune Zwerge, die ihre sie umgebende Gasscheibe bereits verloren haben.

          So sind die Braunen Zwerge zum "Hauptverdächtigen" bei der Fahndung nach der Brücke zwischen Sonnen und Planeten geworden. Die Astronomen sind zuversichtlich bald weitere Funde zu machen. Dies vor allem dank des europäischen Infrarot Weltraumteleskops ISA. Dies hat bereits Antonella Natta und Leonardo Testi zu ihrer Entdeckung verholfen.

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