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Astronomie : Asteroideneinschlag ist weniger wahrscheinlich als vermutet

  • Aktualisiert am

Einer von vielen: Der Asteroid Ida Bild: Nasa

Die Suche nach kleinen Asteroiden ergab: Es gibt weniger Himmelskörper als vermutet, die der Erde gefährlich werden könnten.

          1 Min.

          Die Chancen auf einen mittleren Lottogewinn stehen schlechter als die, dass die Erde in den kommenden 100 Jahren von einem Asteroiden getroffen wird, der Flora und Fauna auslöschen oder zumindest stark verändern würde. Eine amerikanische Studie zeigte jedoch, dass die bislang angenommene Wahrscheinlichkeit zu hoch angesetzt war. Statt eins zu 1.500 beläuft sich die Wahrscheinlichkeit wohl auf eins zu 5.000. "Auch unsere Berechnungen haben Unsicherheiten, aber es ist klar, dass wir uns weniger unsicher fühlen müssen, als vor der Studie", sagte Zelijko Ivezic von der Princeton University.

          Das geringere Risiko fanden die Forscher mit Blick auf die kleinen Asteroiden. Denn ein Durchmesser von mehr als einem Kilometer genügt, um auf der Erde Schaden anzurichten, hat aber lange nicht ausgereicht, damit Teleskope den Himmelskörper erfassen konnten. Ein genauer Blick der Sloan Digital Sky Survey ergab nun, dass ein Rückschluss der großen Körper auf die kleineren eine zu hohe Zahl lieferte. Damit ist das Risiko für die Erde zwar verringert, der Grund für diese Größenverteilung bleibt jedoch im Unklaren.

          Ein kilometer als Grenzwert

          Die Astronomen beobachteten 10.000 Asteroiden. Sie schlossen, dass im Asteroiden-Gürtel - woher der Großteil der erdnahen Asteroiden stammt - etwa 700.000 Asteroiden größer als einen Kilometer im Durchmesser sind. Diese Größe wird als Grenze für katasrtophische Zustände nach einem Zusammenstoß mit der Erde angesehen.

          Die Betrachtungen zu Asteroideneinschlägen auf der Erde basieren jedoch zumeist auf einem einzigen Ereignis: Ein Asteroid von mehr als zehn Kilometern soll mit seinem Zusamenstoß mit der Erde vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier getötet haben. Wissenschaftler glauben, dass ein solches Ereignis nur alle 100 Millionen Jahre vorkommt, und benutzten dies für statistische Prognosen für Zusammenstöße mit kleineren Asteroiden. "Nur ein einziges Ereignis zu haben, birgt natürlich eine große Unsicherheit. Aber es ist die beste Infromation, die wir haben", sagte Ivezic. Die neue Studie hebt den Nebel ein wenig und der Blick auf die Zukunft der Erde wird klarer.

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