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„Gebär-Urlaub“ : Born in the USA

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Die amerikanische Verfassung sieht die Staatsbürgerschaft auch für Kinder von nicht-amerikanischen Müttern vor, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden. Bild: AP

Wer in Amerika geboren wird, bekommt dort einen Pass – das nutzen jedes Jahr 30.000 Asiatinnen zum „Gebär-Urlaub“. Welche Auswirkungen das hat, lässt sich im kalifornischen Chino Hills beobachten.

          Chino Hills gehört zu den idyllischen Flecken Kaliforniens. In der Hügellandschaft am Fuß der San Gabriel Mountains haben Investoren Pferdeställe und Viehbetriebe in den vergangenen 40 Jahren in schmucke Wohnanlagen verwandelt. Wo sich früher Weiden erstreckten, liegen heute Golfclubs und Shopping Malls für 75.000 gutbetuchte Bewohner. Mit mehr als 100.000 Dollar pro Jahr liegt das Haushaltseinkommen doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt, die Straßen sind sicher, die Schulen hervorragend. Von dem Trubel der Millionenstadt Los Angeles, etwa 50 Kilometer westlich, scheint Chino Hills Lichtjahre entfernt. Schon Straßennamen wie Falling Star Lane oder Morning Terrace Drive versprechen suburbane Ruhe.

          Am Summer Breeze Circle ist das nun vorerst Geschichte. Vor dem zweistöckigen Klinkerbau am Ende der Straße versammeln sich immer wieder Anwohner, um gegen ein weiteres „Entbindungshotel“ zu protestieren. Babybetten im Vorgarten, Mülleimer voller Windeln und Kleinbusse mit hochschwangeren Chinesinnen weckten bei Rosanna Mitchell und ihren Mitstreitern den Verdacht, dass Vermittler hier „Gebär-Touristinnen“ aus Asien einquartierten.

          „Chino Hills ist eine ruhige, familienorientierte Stadt. Wir wollen keine gewerblichen Gebär-Hotels in unseren Wohngebieten“, sagt die Gründerin der Bürgerinitiative „Not in Chino Hills“. Die Juristin hegt auch ethische Bedenken: „Mein Vater wanderte aus Peru ein. Er ließ seine acht Kinder damals zurück, bis er genug Geld verdient hatte, um uns legal Visa zu besorgen.“

          Kritiker warnen vor Missbrauch der Verfassung

          Die Aussicht, das eigene Kind durch Geburt in den Vereinigten Staaten mit einem amerikanischen Pass auszustatten, zieht jedes Jahr Tausende Schwangere aus China, Taiwan und Korea nach Kalifornien. Sie quartieren sich in den Monaten vor der Entbindung bevorzugt im Süden des Pazifikstaates ein, um dem Nachwuchs später den kostenlosen Besuch guter Schulen und Universitäten zu sichern. Nach dem 14. Zusatzartikel der Verfassung stehen auch den Kindern nichtamerikanischer Mütter die Privilegien einer Staatsbürgerschaft offen, wenn sie in den Vereinigten Staaten geboren wurden.

          Kritiker warnen daher vor einem Missbrauch der Verfassung. „Bei dem Gedanken an den amerikanischen Traum hat wohl niemand den Geburtstourismus vor Augen“, sagt Rosanna Mitchell. „Diese Praktiken haben nichts mit den Menschen zu tun, die in dieses Land kommen, hart arbeiten und Steuern zahlen, um amerikanische Bürger zu werden.“

          Da der Gebär-Tourismus meist wohlhabende Asiatinnen anzieht, suchen Vermittler vor allem in besseren Vierteln nach Unterkünften. Anwohner berichten von Einfamilienhäusern, die durch hastig eingezogene Trennwände über Nacht 20 Zimmer hatten. Die Kundinnen, die für einen drei- bis viermonatigen Aufenthalt in Amerika bis zu 50.000 Dollar zahlen, erwarten neben Unterkunft, Verpflegung und Arztbesuchen aber auch Zerstreuung. Kleinbusse bringen die Schwangeren regelmäßig zu den Shopping Malls der Stadt. Gelegentlich sollen auch Ausflüge zu Touristenattraktionen wie Disneyland oder dem Strand von Santa Monica auf dem Programm stehen.

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