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Artenschutzabkommen : Elefanten sind fortan tabu

Bild: dpa

Die 183 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens haben beschlossen, den Handel mit Dutzenden Tier- und Pflanzenarten künftig schärfer zu überwachen.

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          In der afrikanischen Wildnis gefangene Elefanten sind für Zoos, Vergnügungsparks und Zirkusse in aller Welt fortan tabu. Das haben die 183 Delegierten der „Konvention über den Handel mit bedrohten wilden Tieren und Pflanzen“ (Cites), die als Washingtoner Artenschutzübereinkommen bezeichnet wird, auf ihrer Vollversammlung in Genf mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit beschlossen. Möglich bleibt der Handel mit Elefanten nur dann, wenn es um Projekte zum Arterhalt in freier Wildbahn geht.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Das Verbot betrifft nach Darstellung der Tierschutzorganisation Pro Wildlife vor allem den Handel mit Elefanten aus Simbabwe nach China. Allein zwischen 2012 und 2017 habe das afrikanische Land mehr als 100 Elefantenjunge nach China verkauft. „Elefanten sind hochintelligent und sozial. Aus ihren Herden gerissene Tiere sind ein Leben lang traumatisiert, entwickeln Verhaltensstörungen und verenden teils früh“, teilte die Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife mit. Aktuell wolle Simbabwe 30 Jungtiere zum Preis von jeweils 30 000 Dollar verkaufen. Daher hätten die Vertreter des Landes alle Register gezogen, um die Entscheidung der Cites zu verhindern.

          Mehrere Länder aus dem südlichen Afrika, darunter Simbabwe, Botswana und Namibia, hatten überdies beantragt, die üppigen Lagerbestände an konfisziertem Elfenbein verkaufen zu dürfen. Doch das Ansinnen fand keine Mehrheit unter den Delegierten in Genf. Nach Angaben der African Wildlife Foundation werden jährlich 35 000 Elefanten getötet, um an deren Stoßzähne heranzukommen.

          Erstmals sind gegen den Widerstand aus dem südlichen Afrika Handelskontrollen für Giraffen beschlossen worden. Der Bestand an Giraffen, die als Jagdtrophäen und Dekorationsartikel dienen, ist in den vergangenen 30 Jahren um rund 40 Prozent gesunken, schrieb Cites am Mittwoch zum Abschluss der Vollversammlung. Schätzungen zufolge leben nur noch 68 000 Giraffen auf der Erde. Körperteile des längsten Säugetiers der Welt dürfen jetzt nur mit außerordentlicher Genehmigung gehandelt werden.

          Insgesamt haben die Delegierten für 142 Tierarten und 20 Pflanzenarten einen besseren Schutz beschlossen. Davon profitieren unter anderem der Asiatische Zwergotter, 42 Echsenarten, fünf Schildkröten und 15 Ornament-Vogelspinnen. Auch Makohaie und Gitarrenrochen, die wegen ihrer Flossen vor allem unter Asiaten beliebt sind, stehen nun gemeinsam mit 16 weiteren Hai- und Rochenarten unter größerem Schutz. „Es war höchste Zeit für den Schutz dieser gefährdeten Tierarten“, sagte der Meeresbiologe Ralf Sonntag vom Internationalen Tierschutzfonds. Die unregulierte Jagd nach Flossen und Fleisch habe viele dieser Arten fast zum Aussterben gebracht. Sie seien aber noch zu retten, wenn der Handel nun effektiv reguliert werde.

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