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Artenschutz : Nashorn-Abschuss soll gutem Zweck dienen

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„Trophäenjagd ist keine Lösung“: Proteste gegen die Versteigerung einer Nashorn-Jagdlizenz in Dallas Bild: AP

Ein Tier töten, um Tiere zu schützen - nach diesem umstrittenen Prinzip wurde in Amerika eine Nashorn-Jagdlizenz versteigert. Die Regierung von Namibia und einige Umweltschützer haben damit kein Problem.

          Für 350.000 US-Dollar hat ein Unbekannter bei einer Auktion in Texas die Abschussgenehmigung für ein Nashorn in Namibia ersteigert. Der Erlös sei dafür bestimmt, vor Ort den Erhalt der Art zu sichern, sagte der Veranstalter der Auktion, der Dallas Safari Club. Tierschützer in Namibia hätten auf einen derart hohen Betrag gehofft.

          Versteigert wurde eine Jagdlizenz für ein Spitzmaulnashorn. In Afrika leben noch weniger als 5000 Exemplare dieser gefährdeten Art, vor allem in Nationalparks in Südafrika und Namibia. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vergibt die Regierung von Namibia jedes Jahr fünf Abschussgenehmigungen. Erstmals sei nun eine solche Lizenz außerhalb des Landes angeboten worden.

          Abschuss unter Aufsicht

          Die Veranstalter betonten, der Abschuss werde unter Aufsicht von Wildhütern stattfinden. Es gehe um ein altes männliches Tier, das sich nicht mehr fortpflanzen könne und durch sein aggressives Verhalten eine Gefahr für jüngere Nashornbullen darstellen könne.

          Über Sinn und Unsinn der Aktion sind Tierschützer geteilter Meinung. Die Versteigerung sende der Welt das Signal, dass Amerikaner bereit seien, jeden Preis zu zahlen, sagte der International Fund for Animal Welfare laut AP. Das Töten gefährdeter Arten werde damit zum Spektakel.

          Lob für Namibias Nashorn-Schutz

          Die Organisation Traffic, die den Handel mit Tierprodukten beobachtet, lobte dagegen Namibias Schutzpolitik,die zum Anstieg des Bestandes an Nashörnern geführt habe. Seit 2006 seien dort nur zehn Tiere von Wilderern getötet worden. Man sei nicht dagegen, dass Namibia seine legitime Abschussquote erfülle, sagte die Organisation laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

          Vor allem in Südafrika hat die Wilderei auf Nashörner stark zugenommen. Allein 2013 sind knapp 1000 Tiere illegal getötet worden. Grund sind vor allem asiatische Käufer, die für das vermeintliche Wundermittel Nashornpulver astronomische Summen zahlen.

          Es ist nicht bekannt, ob der Gewinner der Auktion in Dallas Amerikaner ist. Gebote konnten auch telefonisch gemacht werden.

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