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Archäologen schätzen, dass der Goldring mit seiner Kamee gut 1700 Jahre alt ist. Bild: Reuters

Antike Schiffwracks entdeckt : Goldschatz aus dem Meer

Archäologen aus Israel haben unter Wasser die Überreste zweier antiker Schiffe gefunden. An Bord waren Münzen und auch private Schmuckstücke, die gut 1700 Jahre alt sind.

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          Dort, wo einst der Apostel Petrus den ersten Heiden getauft haben soll, den römischen Hauptmann Kornelius (Apostelgeschichte 10), haben Archäologen einen Ring mit einem frühchristlichen Symbol gefunden. Der grünliche Stein zeigt einen jungen Mann in römischer Tunika mit einem Schaf oder Bock auf seinen Schultern. Die Darstellung des guten Hirten zählt zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Sinnbildern für Jesus Christus. Der oktagonal geformte Ring ist Teil eines größeren Schatzes, den Taucher der israelischen Antikenbehörde im Meer vor dem schon in der Bibel bekannten Ort Caesarea gefunden haben. Von hier aus soll das Christentum in alle Welt getragen worden sein. Die Archäologen Jacob Sharvit und Dror Planer schätzen, dass der Goldring mit seiner Kamee gut 1700 Jahre alt ist.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Gefunden wurde der Ring in nur vier Meter Tiefe. Er gehörte wohl einem Seemann und zählt zu einer ganzen Reihe von spektakulären Artefakten aus römischer und mameluckischer Zeit. Sharvit und Planer nehmen an, dass die Preziosen zu zwei Schiffsladungen aus dem dritten und dem 14. Jahrhundert gehörten. „Die Schiffe ankerten wahrscheinlich unweit der Stadt und sanken in einem Sturm“, berichtet Sharvit.

          Zu den Funden zählen vor allem Hunderte römische Münzen aus Silber und Bronze und ein großer Silberschatz von rund 560 Münzen aus dem Spätmittelalter. Dazu kleine bronzene Figuren und Glocken aus der Römerzeit sowie eine Vielzahl von Überresten der Schiffe selbst wie etwa Dutzende Nägel aus Bronze und ein zerbrochener Anker aus Eisen. Er zeige die Naturgewalt, der das Schiff ausgesetzt war, bevor er schließlich vom Sturm aus dem Boden gerissen worden sei, so Sharvit.

          Auch ein zweiter Ring steht symbolhaft für das frühe Christentum, das in Caesarea von großer Bedeutung war, wie das Pilgerhaus in der Stadt bis heute zeigt. So soll sich der Apostel Paulus ebenfalls in dem biblischen Ort nach seiner zweiten Missionsreise aufgehalten haben – allein zwei Jahre in Gefangenschaft, bevor er nach Rom zu Kaiser Nero geschickt und durch das Schwert hingerichtet wurde. Der Ring hat einen roten Stein, der eine Kinnor zeigt, eine Leier. Mit der Davidsharfe wird auf den alttestamentarischen König David angespielt, der ein solches Instrument über seinem Bett befestigt hatte. Jede Nacht Schlag zwölf soll ein Windstoß, der über die Saiten strich, ihn mit einem wundersamen Geräusch geweckt haben, sodass er bis zum Morgengrauen die Tora studieren konnte.

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