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Antarktis : Stichwort: „Georg-von-Neumayer-Station“

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Seit 1981 ist Deutschland im ewigen Eis der Antarktis präsent. Die erste „Georg-von-Neumayer-Station“ diente als Forschungseinrichtung für Geophysik, Meteorologie und Luftchemie.

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          Seit 1981 ist Deutschland im ewigen Eis der Antarktis präsent. Die erste „Georg-von-Neumayer-Station“ diente als Forschungseinrichtung für Geophysik, Meteorologie und Luftchemie. Sie lag am Ekström-Schelfeis am Rand des polaren Weddellmeeres. Die ständige Eisbewegung und die wachsende Schneelast machten Anfang der neunziger Jahre einen Neubau notwendig. Im März 1992 wurde zehn Kilometer vom alten Standort entfernt die jetzige Neumayer-Station fertig gestellt.

          Das Forschungs- und Meßprogramm wurde seitdem ständig erweitert. Nach Angaben des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI), das die permanent besetzte Einrichtung betreibt, besteht die Station heute aus 20 verschiedenen Observatorien. Das Ozon in der Atmosphäre wird ebenso gemessen wie die Bewegung der Erdkruste. Zudem betreibt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe dort eine Infraschallstation zur Überwachung von Atomwaffenversuchen.

          Völlig vom Schnee bedeckt

          Die Neumayer-Station dient außerdem als logistische Basis für Flüge und Expeditionen ins Hinterland. So versorgt sie seit 2001 auch die rund 750 Kilometer entfernte Kohnen-Station, in der Wissenschaftler im Rahmen des europäischen Eisbohrprojektes EPICA die Klimageschichte der Erde erforschen.

          Die Station steht im 200 Meter dicken Schelfeis und ist völlig mit Schnee bedeckt. Zehn Kilometer entfernt ist die Schelfeiskante der Atka-Bucht, an der Versorgungsschiffe wie der Forschungseisbrecher „Polarstern“ anlegen. Neumayer besteht aus zwei 90 Meter langen parallelen Stahlröhren von acht Metern Durchmesser. Darin sind Container mit Wohnräumen, Küche, Messe und Hospital sowie Labore, Werkstatt, Funkraum, Sanitärräume, Energiezentralen und eine Schneeschmelze untergebracht. Dazu kommen eine Querröhre als Abstellplatz und ein Tunnel, der zu einer Fahrzeughalle führt.

          Namensgeber ist Georg von Neumayer (1826 - 1909). Der Forscher zeichnete sich neben geophysikalischen und meereskundlichen Arbeiten als Fürsprecher der Südpolarforschung und Wissenschaftsorganisator aus.

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