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Anschlag in Belgien : Vier Tote und viele Verletzte nach Granatenwurf und Schießerei

  • Aktualisiert am

Rettungskräfte bringen die Verletzten ins Krankenhaus Bild: REUTERS

Bei einem Anschlag in der Innenstadt von Lüttich sind vier Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Einer der Toten soll der mutmaßliche Täter sein. Die Tat ereignete sich in der Nähe eines Weihnachtsmarkts.

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          Bei einem Anschlag im belgischen Lüttich sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga vier Menschen ums Leben gekommen. Einer der Toten sei der mutmaßliche Täter, berichtete Belga am Dienstag mit Hinweis auf Justizquellen. Die Tat ereignete sich in der Nähe eines Weihnachtsmarkts.

          Die Ermittler selbst sprechen bisher von zwei Toten. Der Staatsanwalt habe inzwischen 64 Verletzte bestätigt, darunter auch Kinder, meldete Belga. Die Situation in der Lütticher Innenstadt sei seit 15.00 Uhr wieder unter Kontrolle.
          Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Es handelte sich nach Angaben aus Justizkreisen nicht um einen terroristischen Anschlag.

          Eines der Opfer wird untersucht Bilderstrecke
          Eines der Opfer wird untersucht :

          Der Täter sei vielmehr ein wegen Waffenbesitzes verurteilter 32 Jahre alter Mann, meldete Belga unter Berufung auf die Lütticher Justiz. 2008 sei er zu fast fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden wegen Waffenbesitzes und dem Anbau von Cannabis.

          Das Blutbad versetzte die belgische Stadt nahe der deutschen Grenze in einen Schock. Stundenlang kursierten Gerüchte über die Flucht eines möglichen Komplizen, und die Innenstadt wurde weiträumig abgeriegelt.

          „Der Täter hat alleine gehandelt, er war mit Handgranaten und einer Kalaschnikow bewaffnet“, zitierte die Zeitung „Sudpresse“ den Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer. Der Mann habe das Feuer eröffnet und sich anschließend selbst mit einer Granate getötet.

          Zur Versorgung der Verletzten wurden Rettungskräfte aus den Niederlanden angefordert. Im Hof des Justizpalastes unweit des Anschlagsortes wurde eine Notversorgungsstelle eingerichtet. „Die Zustände sind chaotisch“, sagte der Vater eines verletzten Kindes dem Fernsehsender RTL.

          „Es war grauenhaft, alle versuchten, sich panisch in Sicherheit zu bringen“, schilderte ein Augenzeuge dem Sender die Augenblicke nach der Tat. Auf Fernsehbildern waren Blutlachen zu sehen.

          Mehrere Medien berichteten zunächst über eine Verfolgungsjagd mit einem mutmaßlichen Komplizen. Demnach gab es eine Stunde nach dem Anschlag einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Die Polizei dementierte dies aber später. Auch Meldungen, ein mutmaßlicher zweiter Täter habe sich in den  Justizpalast geflüchtet, erwiesen sich als falsch.

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