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Anschläge : Tote und Verletzte durch Autobombe in Kolumbien

  • Aktualisiert am

Nach der Explosion Bild: dpa

Die Bombe explodierte in einem Vergnügungsviertel der Stadt. Die meisten Opfer waren Besucher von Diskotheken und Bars.

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          Bei der Explosion einer Autobombe sind am Sonntag in der zentralkolumbianischen Stadt Villavicencio mindestens zwölf Menschen getötet und bis zu 100 teils schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei wurde die Autobombe kurz nach Mitternacht von unbekannten Tätern auf dem Parkplatz eines Rundfunksenders im Vergnügungsviertel der Stadt gezündet. In der Stadt mit 300.000 Einwohnern fand bis Sonntag auch eine Davis-Cup-Begegnung zwischen den Tennismannschaften Uruguays und Kolumbiens statt.

          Die meisten Opfer waren Besucher von Discotheken und Bars in der Umgebung, die sich gerade auf den Heimweg machten. Viele Menschen erlitten schwere Verbrennungen. Die mächtige Explosion beschädigte in weitem Umkreis Wohnungen und Geschäfte der Stadt. Die Polizei rechnete mit weiteren Todesopfern; die Behörden riefen zu Blutspenden auf.

          Täter und Motiv unbekannt

          Über die Identität der Täter wurde zunächst nichts bekannt. In der Hauptstadt der Provinz Meta sind die marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), das an Kuba orientierte Nationale Befreiungsheer (ELN) sowie extrem rechte Paramilitärs aktiv. Bei drei früheren Bombenanschlägen waren seit Jahresbeginn in Kolumbien insgesamt zwölf Menschen getötet worden. Diese Anschläge waren FARC angelastet worden.

          Die Tat, nur sieben Wochen vor der Präsidentenwahl am 26. Mai, dürfte das innenpolitische Klima weiter verschärfen. Für Erschütterung sorgte auch der Mord an dem Priester Juan Ramón Nuñez, der am Samstag in dem Ort Argentina in der Provinz Huila während des Abendmahls erschossen worden war.

          400.000 Menschen wurden durch Anschläge auf Hochspannungsmasten in der Provinz Casanare von der Stromversorgung abgeschnitten. Im Wahlkampf führt nach Umfragen weiter der rechte Kandidat Alvaro Uribe, der für eine militärische Niederwerfung der linken Rebellen eintritt.

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