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Anschlag auf BVB-Bus : Angeklagter gesteht Tat und bestreitet Tötungsplan

Dem Angeklagte Sergej W. (Mitte) werden am Montag im Landgericht in Dortmund die Handschellen abgenommen. Bild: dpa

„Ich bedauere mein Verhalten zutiefst“, sagt Sergej W. vor dem Dortmunder Schwurgericht. Er habe einen Anschlag auf den Mannschaftsbus vortäuschen, aber keine Insassen umbringen wollen.

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          Am zweiten Prozesstag zum Bombenanschlag auf die Mannschaft des Fußball-Bundesliga-Klubs Borussia Dortmund hat der Angeklagte die Tat gestanden, aber jede Tötungsabsicht bestritten. Er bedaure sein Verhalten zutiefst, das er sich heute auch nicht mehr erklären könne, sagte der 28 Jahre alte Sergej W. am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Damals habe er darauf spekuliert, dass die Aktie des BVB falle und er im Zuge von Börsenspekulationen Geld verdiene. Über seinen Verteidiger ließ W., der in Sibirien zur Welt kam, aber seit seinem 14. Lebensjahr in Baden-Württemberg lebt, mitteilen, dass sich seine Freundin vor der Tat von ihm getrennt habe, deshalb habe er aus dem Leben scheiden und seiner Familie Geld hinterlassen wollen.

          Mit seiner Einlassung bestätigte der junge Mann die Erkenntnisse des Bundeskriminalamts, das nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB am 11. April des vergangenen Jahres in dem Fall zunächst ermittelte, weil es aufgrund von Bekennerschreiben auch möglich schien, dass es sich um einen Anschlag von dschihadistischen Terroristen handelte.

          Doch wenig später stießen die Kriminalisten auf immer mehr Spuren, die allesamt zu Sergej W. führten. Trotz immer drückenderer Beweislast beharrte W. im Ermittlungsverfahren bis zuletzt darauf, unschuldig zu sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten dagegen Mordversuch in 28 Fällen vor.

          Am Montag bestand der Elektrotechniker nun nur noch darauf, die insgesamt drei mit Hunderten Stahlstiften versehenen Sprengsätze, die er an der Zufahrt zum BVB-Mannschaftshotel in einer Eibenhecke versteckt hatte, so konstruiert zu haben, „dass keine Personenschäden zu erwarten gewesen“ seien. Am ersten Prozesstag kurz vor Weihnachten hatte sein Verteidiger sogar geäußert, es liege nahe, dass der BVB-Mannschaftsbus „gar nicht getroffen werden sollte“.

          Tatsächlich ging der Anschlag nach Erkenntnissen der Ermittler unter anderem deshalb vergleichsweise glimpflich aus, weil W. die mittlere seiner drei Bomben zu hoch in der Hecke angebracht hatte. Dennoch dürfte es der Verteidigung kaum gelingen, im Prozess nachzuweisen, dass der Angeklagte „einen schwerwiegenden Anschlag nur vortäuschen“ wollte, wie W. am Montag äußerte.

          Denn tatsächlich hatten zwei der drei Sprengsätze den BVB-Bus nicht nur erheblich beschädigt, vielmehr war im Fahrzeuginneren zudem der Abwehrspieler Marc Bartra durch zersplitterndes Glas schwer am Arm verletzt worden, direkt neben Bartras Kopf hatte sich ein sieben Zentimeter langer Stahlstift in den Sitz gebohrt. Ein zweiter daumengroßer Metallbolzen war unter dem Sitz des damaligen Trainers Thomas Tuchel eingeschlagen. Zudem hatte ein Polizist, der den Bus auf seinem Motorrad begleitete, durch die Explosion ein Knalltrauma erlitten.

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