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Sonnenfinsternis : The Great American Eclipse

Solange der Mond nicht vollkommen die Sonne bedeckt, darf man ohne vernünftigen Augenschutz auf keinen Fall in die Sonne schauen. Bild: dpa

An diesem Montag zeigt sich von Oregon bis South Carolina eine totale Sonnenfinsternis. Amerika erwartet ein Verkehrs-Chaos.

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          Amerika hat in diesen Tagen nur ein Gesprächsthema. Und das ist ausnahmsweise mal nicht Donald Trump, sondern die totale Sonnenfinsternis, die sich an diesem Montag in einem rund 110 Kilometer breiten Streifen von Oregon im Nordwesten durch das ganze Land bis South Carolina im Südosten ereignen wird. Das Himmelspektakel geht über dem Festland beim Küstenstädtchen Lincoln in Oregon los, um 10.15 Uhr Ortszeit (19.15 Uhr deutscher Zeit). Der Neumond steht dann dort genau vor der Sonne und bedeckt sie zu 100 Prozent. Der Mondschatten rast danach innerhalb von 90 Minuten durch die Vereinigten Staaten, durch Oregon, Idaho, Wyoming und acht weitere Bundesstaaten bis nach South Carolina, wo die Hauptstadt Columbia die Finsternis um 14.48 Uhr verabschiedet. Das Spektakel endet dort, wo es begonnen hat: über dem Meer.

          Dieses Ereignis wollen sich viele der outdoorbegeisterten Amerikaner nicht entgehen lassen.
          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Andere Länder sind nicht tangiert. Aber in ganz Nordamerika und im nördlichen Südamerika ist die Finsternis als partielle Bedeckung der Sonne zu erleben. Doch der Unterschied zwischen partiell und total ist so groß wie der zwischen einer Tour mit einem Fahrrad und einer Fahrt mit einem 100-PS-Motorrad. Es ist ein unvergessliches Erlebnis von mystischer Wucht, als würde eine höhere Macht das Licht der Welt ausschalten. Beeindruckend ist so eine Erfahrung sogar, wenn der Himmel bedeckt wäre. Aber die Wetteraussichten sind gut. Nur in South Carolina und an der Küste Oregons ist mit Wolken zu rechnen. Es wird nicht so dunkel werden wie in einer richtigen Nacht. Die Szenerie erscheint vielmehr während der Totalität in einer Art Zwielicht.

          Dieses Ereignis wollen sich viele der outdoorbegeisterten Amerikaner nicht entgehen lassen. Zwei Drittel der mehr als 300 Millionen Bürger können in einer Tagesreise die Totalitätszone erreichen. Die Verkehrsbehörden rechnen mit riesigen Staus. Man solle am besten schon am Tag vorher anreisen und für drei Tage Proviant dabei haben, heißt es. Erfahrungswerte gibt es nicht. Die letzte Eklipse, die sich vom Bundesstaat Washington bis nach Florida erstreckte, war im Jahr 1918 – da waren noch nicht viele Autos unterwegs.

          Auf keinen Fall in die Sonne schauen

          Es ist wie im Jahr 1999 in Deutschland: Die Medien werden nicht müde, vor den ernsten Gefahren zu warnen. Solange der Mond nicht vollkommen die Sonne bedeckt, darf man ohne vernünftigen Augenschutz auf keinen Fall in die Sonne schauen, erst recht nicht mit einem Fernglas oder Teleskop ohne Sonnenfilter – das könnte zur Erblindung führen.

          Die Dauer der Finsternis beträgt in Oregon rund zwei Minuten. Am Ende in South Carolina sind es rund zwei Minuten und 35 Sekunden. Das gilt jedoch nur jeweils für die Kernzone. Je weiter man sich davon entfernt, desto kürzer wird die Totalität, weil der Mondschatten, der auf die Erde fällt, rundlich bis oval ist. Dass es überhaupt zu diesem Ereignis kommt, im Schnitt zwei bis höchstens fünf Mal im Jahr, liegt an der Himmels-Konstellation. Der Mond ist zwar 400 Mal kleiner als die Sonne, aber auch 400 Mal näher an der Erde. Von hier aus gesehen, scheinen beide Himmelskörper aber gleich groß.

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