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Sonnenfinsternis : The Great American Eclipse

Wäre der Monddurchmesser (3476 Kilometer) nur 273 Kilometer kleiner, käme es nie zu einer Totalität, sondern nur zu ringförmigen oder partiellen Bedeckungen. Ohnehin sind ein Drittel aller Eklipsen ringförmig, knapp 27 Prozent sind total, gut 35 Prozent partiell und knapp fünf Prozent ringförmig/total. Das resultiert aus der komplexen Himmels-Mechanik. Mond und Erde sind nicht in einer Bahnebene, sondern um fünf Prozent verschoben, so dass es nicht jeden Monat (in 29,5 Tagen umkreist der Mond die Erde) zu einer Bedeckung kommt, sondern nur dann, wenn sich die Bahnen überschneiden. Das ist alle 173 Tage der Fall. In seltenen Fällen kommt es innerhalb kurzer Zeit sogar zu zwei Bedeckungen, wenn sich die Sonne, die sich 30 Tage in der „Totalitätszone“ aufhält, vom Mond, der ja nur 29,5 Tage um die Erde braucht, wieder „eingeholt“ wird. Das ist zum Beispiel 2029 im Juni/Juli der Fall. Wegen weiterer Bahnunregelmäßigkeiten und der zudem sich verändernden Entfernung von Mond zur Erde ist längst nicht jede Finsternis total. Und oft steht der Neumond eben nur in der Nähe der Sonne. Eine Sonnenfinsternis findet immer bei Neumond statt, eine Mondfinsternis stets bei Vollmond. Höchstens möglich sind gut sieben Minuten Totalität.

In Deutschland muss noch bis 2081 gewartet werden

Wissenschaftler katalogisieren die Sonnenfinsternisse in Saros-Zyklen. Gemeint ist die Wiederholung der Sonne-Mond-Erde-Konstellation an der gleichen Himmelsposition. Der Saros-Zyklus 145 dauert von 1639 bis 3009, alle 18 Jahre, elf Tage und acht Stunden wiederholt sich eine Saros-Finsternis. 2017 gehört zu Saros 145, somit war die Eklipse vom 11. August 1999 die Vorgängerin. Alle 145-Saros seit 1927 bis 2143 sind total, die nächste ist 2035 über China, Korea und Japan. Rein rechnerisch ist alle 375 Jahre an jedem Ort der Erde eine totale Finsternis, in Deutschland muss noch bis zum 3. September 2081 gewartet werden. Die nächste partielle ist aber schon am 10. Juni 2021.

Menschen stehen vor dem Clark Planetarium in Salt Lake City in einer Schlange, um Schutzbrillen für die anstehende Sonnenfinsternis zu kaufen.
Menschen stehen vor dem Clark Planetarium in Salt Lake City in einer Schlange, um Schutzbrillen für die anstehende Sonnenfinsternis zu kaufen. : Bild: dpa

Europäer notieren sich den 12. August 2026, dann bedeckt der Mond für rund zwei Minuten in Nordspanien die Sonne. Die nächste totale Sonnenfinsternis ist am 2. Juli 2019 in Chile und Argentinien. Dauer: 2:30 Minuten. Die Amerikaner dürfen sich schon auf den 8. April 2024 freuen. Dann kommt der Kernschatten von Mexiko aus und durchquert die Vereinigten Staaten und Kanada von Texas aus nach Nordosten und läuft hinter Neufundland im Atlantik aus. Diese Finsternis dauert sogar rund vier Minuten, und ein rund 22900 Quadratkilometer großer Landstrich um den Zusammenfluss von Mississippi und Ohio erlebt das Spektakel in weniger als sieben Jahren zum zweiten Mal.

Aber erst einmal müssen die Amerikaner diese Sonnenfinsternis überstehen. Auch die Rückreise wird nämlich schwierig werden. Die Hotels sind fast ausgebucht und verlangen Phantasiepreise; selbst in einfachsten Motels geht kaum etwas unter 1000 Dollar für eine Nacht. Mietwagen sind kaum zu bekommen, und vor allem in weniger bewohnten Gegenden wird es verkehrstechnisch eng. Der Ort Madras in Oregon liegt fast mittig in der Schattenzone und veranstaltet eine große Party, 150.000 Besucher werden erwartet, 60 Dollar kostet ein Tages-Parkplatz. Es führen jedoch nur Landstraßen in die 6000-Einwohner-Stadt. Für die Rückreise ins rund 200Kilometer entfernte Portland, so heißt es in den Nachrichten, sollte man zehn bis zwölf Stunden veranschlagen.

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