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Alitalia storniert tausende Gratis-Flüge : Abu Dhabi für umme

  • -Aktualisiert am

Alitalias Exit-Strategie: „Zahlung konnte nicht verarbeitet werden“ Bild: dapd

Die Fluglinie Aliatlia verschenkt versehentlich tausende Flugtickets an gewitzte Kunden. Einen Tag später storniert sie alle Buchungen. Die Kunden kochen vor Wut.

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          Am Freitag war die Welt für Alitalia, abgesehen vom Schuldendruck und drohender Massenentlassungen, zumindest äußerlich noch halbwegs in Ordnung. Während die Fluglinie in Europa auf Facebook mit einem Rabatt von 25 Prozent auf alle Flüge warb, bot sie japanischen Kunden – auch über das Netzwerk – einen Preisnachlass von 25 000 Yen (etwa 240 Euro) an, der über die japanische Buchungsseite eingelöst werden konnte. Einzige Einschränkung: die Flüge durften nicht zwischen dem 20. Dezember und 6. Januar liegen.

          In Windeseile verbreitete sich die Aktion über Facebook und über auf Flugreisen spezialisierte Schnäppchenportale im Internet. Viele innereuropäische Strecken (etwa Frankfurt – Rom) und ohnehin günstige Gabelflüge waren mit dem Code plötzlich kostenlos (etwa Genf – Abu Dhabi – Venedig) oder stark reduziert (Genf – New York – Venedig für 35 Euro, Venedig – Caracas – Brüssel für 130 Euro), weil die Verantwortlichen versäumt hatten, den Rabattgutschein auf die teureren Langstrecken von und nach Asien zu begrenzen.

          Nachdem das Missgeschick am Samstag bekannt geworden war, buchten offenbar mehrere tausend bis zehntausend Menschen Flugtickets auf der japanischen Alitalia-Seite. Offizielle Zahlen nennt die Fluglinie nicht. In der Nacht auf Sonntag stießen die Verantwortlichen selbst auf ihren Fehler – und stornierten alle Buchungen mit dem Code. Zunächst kam eine Mail am Sonntag, in der es hieß: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Kauf nicht vollzogen werden konnte.“ Da wurden die ersten Kunden schon unruhig. „Da steht noch nicht einmal eine Buchungsnummer dabei“, schrieb ein User im Internet. „Diese dilettantisch formulierte Mail ist nicht verbindlich für mich.“ Auf Seiten anderer Airlines, die wie Alitalia der Luftfahrtallianz „Skyteam“ angehören, konnten die Tickets mit der Ticketnummer weiterhin abgerufen werden. Status: „Confirmed“. Der sogenannte Voucher-Status war allerdings schon auf „Void“ (ungültig) gesetzt worden – die Tickets können nicht genutzt werden.

          Buchungsbestätigung – der Preis nach Rabatt: „¥ 0.00“
          Buchungsbestätigung – der Preis nach Rabatt: „¥ 0.00“ : Bild: Screenshot: F.A.Z.

          Am Sonntag beschränkte Alitalia den Gutscheincode dann auf Verbindungen von und nach Japan. Viele Kunden fühlen sich jetzt betrogen, weil ihrer Auffassung nach ein rechtmäßiger Kaufvertrag zustande gekommen ist, der unrechtmäßig aufgelöst wurde. Auf Facebook machen sie ihrem Ärger Luft: „Lügner!“, „Betrüger“, „Nie wieder Alitalia“, schreiben viele. Und immer wieder: „Wir wollen unsere Tickets zurück! Es ist unser gutes Recht.“ Alitalia schweigt indes beharrlich.

          Auf Facebook hieß es von den Mitarbeitern zunächst nur, ein automatisiertes System zur Verhinderung von Betrugsfällen habe die Buchungen registriert und umgehend annulliert. Später korrigierte die Fluglinie ihre Darstellung und schrieb, dass nur all jene Buchungen für ungültig erklärt wurden, die nicht mit einer japanischen Kreditkarte gebucht und von einem Computer mit japanischer IP-Adresse getätigt wurden. Doch Kunden berichten auf der Facebook-Seite, dass sie selbst aus Japan und mit einer japanischen Kreditkarte keine noch gültigen Flüge buchen konnten. Bei den vielen Gratisflügen war es außerdem gar nicht möglich, überhaupt Kreditkartendaten zu hinterlegen.

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