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Aktivisten-Gruppe „Anonymous“ : Angriff auf Internetseite der Gema

  • Aktualisiert am

Mit gezielten Angriffen auf Webseiten will Anonymous ein Zeichen setzen Bild: dpa

Die Aktivisten-Gruppe „Anonymous“ hat sich in die Seiten der Verwertungsgesellschaft Gema eingehackt. Mit ihrem Angriff wollen die Hacker ein Signal im Streit um Urheberrechtsabgaben setzen, der zwischen der Gema und YouTube herrscht.

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          Die Website der Verwertungsgesellschaft Gema ist erneut Ziel eines Hackerangriffs geworden. Web-Aktivisten der Anonymous-Gruppe haben zeitweise einen Warnhinweis platziert, der ironisch auf den Streit um Gema-geschützte Beiträge bei der Videoplattform YouTube anspielt: „Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat.“

          Der Text spielt auf den Streit zwischen der Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) und YouTube an. Die Gema und die YouTube-Mutter Google verhandeln bereits seit längerer Zeit über eine Vergütung für Musik-Videos auf der Plattform - bislang ohne eine Lösung. Zahlreiche Musikstücke sind deshalb für Nutzer in Deutschland gesperrt und nicht abspielbar. Youtube blendet beim Aufruf eines entsprechenden Videos den Hinweis ein, dass der Song nicht verfügbar sei, „da die Gema die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat“. Zwischenzeitlich war die Gema-Website gar nicht erreichbar. Die Aktivisten hätten nach eigenen Angaben eine kritische Sicherheitslücke ausgenutzt, um die Internetpräsenz zu manipulieren, berichtete das Webportal Gulli.com.

          Aktivisten nutzten Sicherheitslücke

          Wie sich die Hacker Zugang zu der Website haben verschaffen könnnen, sei bislang noch nicht abschließend geklärt, teilte die Gema mit. Nach Informationen des Internet-Portals Gulli.com sollen die Aktivisten aber nach eigenen Angaben eine kritische Sicherheitslücke ausgenutzt haben. Erst im Juni war die Gema-Site Ziel einer DDoS-Attacke gewesen. Im aktuellen Fall handele es sich nicht allerdings um eine solche Blockade, sondern um eine Attacke auf die Inhalte des Webservers, erklärte die Gema.

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