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Airbus-Absturz : Bundesregierung geht von IS-Anschlag auf Flugzeug aus

  • Aktualisiert am

Flugzeuge der TUI-Tochter Thomson, hier am Flughafen von Manchester Bild: AFP

Der Airbus-Absturz über dem Sinai wurde ausgelöst durch einen Bombenanschlag des „Islamischen Staates“, glaubt die Bundesregierung. Derweil sitzen 79.000 Russen in Ägypten fest.

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          Nach dem Flugzeugabsturz mit 224 Toten auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel am vergangenen Wochenende verdichten sich die Hinweise auf einen Terroranschlag. Die Bundesregierung geht nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) davon aus, dass die russische Passagiermaschine durch einen Bombenanschlag des „Islamischen Staates“.
          abgestürzt ist. Alle verfügbaren Informationen sprächen dafür, sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der Zeitung. Der sehr plötzliche Höhenabfall des Flugzeugs, ohne dass die Stimmenrekorder zuvor Unregelmäßigkeiten aufgezeichnet hätten, mache einen Bombenanschlag„sehr plausibel.“

          Ermittler untersuchten in Ägypten am Samstag ein unmittelbar vor der Katastrophe aufgenommenes. verdächtiges Geräusch. Es „wurde in der letzten aufgenommenen Sekunde des Flugschreibers gehört“, sagte der Chef des internationalen Ermittlerteams, Ayman al Mokadem, am Samstag in Kairo. Die Sequenz müsse nun von Spezialisten untersucht werden. Für Rückschlüsse sei es aber noch zu früh.

          Hinweise internationaler Geheimdienste legten zuletzt nahe, dass der Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia am Samstag vergangener Woche durch einen Sprengsatz an Bord zum Absturz gekommen war. Alle 224 Menschen an Bord starben.

          Die Wrackteile des Flugzeugs liegen über eine Länge von 13 Kilometern verstreut. Dies könnte auf ein Auseinanderbrechen der Maschine in der Luft hindeuten. Al Mokadem schloss eine Explosion an Bord nicht aus. Es lägen sämtliche Szenarios auf dem Tisch. An den Ermittlungen seien 58 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland beteiligt.

          In Ägypten sitzen derweil seit des Absturzes vor einer Woche rund 79.000 Urlauber aus Russland fest. Um die Touristen auszufliegen, will die Regierung des Landes nun Flugzeuge schicken Das  teilte der Chef der staatlichen russischen Tourismusbehörde am Samstag mit. Weil Moskau den Linienverkehr nach Ägypten untersagt hat, sind die meisten Touristen in Scharm al Scheich und Hurghada gestrandet. Auch Großbritannien hat ein Flugverbot verhängt und will binnen zehn Tagen alle rund 20.000 in Scharm al Scheich festsitzenden Briten zurückbringen. Allein am Samstag sollten neun Flüge stattfinden, um 2000 Urlauber auszufliegen, teilten die Behörden mit.

          Unterdessen wurde bekannt, dass ein britisches Passagierflugzeug bereits im August beim Landeanflug auf Scharm al Scheich nur knapp einer Rakete entgangen ist. Der Pilot eines Flugs der TUI-Tochter Thomson sei ein Ausweichmanöver geflogen, nachdem er eine auf das Flugzeug zukommende Rakete entdeckt habe, berichtete die „Daily Mail“. Die Rakete sei bis auf 300 Meter an die Maschine herangekommen.

          Die britische Regierung bestätigte den Vorfall, erklärte jedoch, es habe sich nicht um einen absichtlichen Angriff gehandelt. Es sei wahrscheinlich, dass ein Zusammenhang mit Routine-Übungen des ägyptischen Militärs bestehe. In Regierungskreisen hieß es zudem, die Rakete sei nicht so nah an die Maschine herangekommen wie der Zeitungsbericht suggeriere.

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