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Air Asia : Billig-Airline mit traumhafter Rendite

  • -Aktualisiert am

Nicht lange am Boden: Nach 25 Minuten sind die Maschinen von Air Asia im Schnitt wieder in der Luft. Bild: Reuters

Für Air Asia wäre der Absturz eines ihrer Flugzeuge eine Zäsur in der Unternehmensgeschichte. Der Billigflieger setzt auf einen aggressiven Preiskampf und hat ein gutes Image bei den Kunden.

          Ein Absturz des vor Indonesien vermissten Airbus A320-200 wäre das erste größere Unglück für die Fluggesellschaft Air Asia. Die malaysische Airline  ist einer der größten Billigflieger der Welt und hat in seinem Heimatmarkt nach eigenen Angaben einen Marktanteil von fast 50 Prozent.

          Der ehemalige Time-Warner-Manager Tony Fernandes kaufte die damals angeschlagene und hochverschuldete Gesellschaft im Jahr 2001 für umgerechnet 20 Cent. Der malaysische Unternehmer führte die siechende Firma fortan auf einen aggressiven Wachstumskurs. Heute gilt die Air Asia als einer der Pioniere des Billigflugzeitalters in Asien, das nach der Jahrtausendwende mit Dutzenden neuen Airlines einsetzte. Zuvor war der Markt von den großen AIrlines Cathay Pacific und Singapore Airlines besetzt gewesen. Air Asia ermöglichte es der erstarkten Mittelschicht Malaysias, günstiger zu reisen als mit den etablierten Gesellschaften. Daher rührt auch das Motto der Airline: „Jetzt kann wirklich jeder Mensch fliegen.“

          Flottenalter liegt bei viereinhalb Jahren

          Innerhalb der vergangenen 13 Jahre stieg Air Asia zur zweitgrößten malaysischen Fluggesellschaft auf. Die Flotte besteht heute aus 169 Maschinen vom Typ Airbus A320-200 mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal viereinhalb Jahren. 58 weitere Maschinen des Typs sind bestellt, zusätzlich 291 Maschinen des Nachfolgemodells A320neo. Air Asia X, die Langstreckentochter des Unternehmens, bestätigte erst kürzlich eine Bestellung von 55 Airbus A330-900neo zum Listenpreis von 15 Milliarden Dollar (12,2 Milliarden Euro). Air Asia ist, nach dem sogenannten Sitzplatzkilometer-Wert (ASK) bemessen, die effizienteste Fluglinie der Welt. Schon bei einer Auslastung von 52 Prozent ist ein Flug für die Airline rentabel, die Umdrehzeit am Boden liegt im Schnitt bei 25 Minuten.

          Air Asia ist mit Tochtergesellschaften, die zu Teilen Joint Ventures sind, auch in Thailand, Indonesien, auf den Philippinen und in Indien vertreten. Das nun verschwundene Flugzeug wird von der indonesischen Tochtergesellschaft betrieben. Seit sechs Jahren in Folge wird Air Asia in von der Unternehmensberatung Skytrax durchgeführten Passagier-Umfragen zur besten Low-Cost-Airline der Welt gekürt.

          Der Rivale im Heimatmarkt, Malaysia Airlines, ist dagegen nach zwei Flugkatastrophen in diesem Jahr von der Pleite bedroht und soll verstaatlicht werden. Im Juni war der Flug MH17 der Malaysia Airlines über der Ostukraine abgeschossen worden. Schon seit März wird außerdem der Flug MH370 vermisst.

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