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Ätna-Ausbruch : Behörden: Die Gefahr durch den Ätna hat abgenommen

  • Aktualisiert am

Sizilien und der Ätna aus der Satellitenperspektive Bild: dpa

Die sizilianischen Behörden geben nach Tagen erstmals eine einstweilige Entwarnung. Doch der Ätna bleibt unberechenbar.

          2 Min.

          Am sizilianischen Ätna hat die Gefahr für die Bevölkerung nach dem jüngsten Ausbruch deutlich abgenommen. Dies bestätigte der Leiter der zuständigen Zivilschutzbehörde, Franco Barberi, am Dienstagabend. Der Magma-Ausstoß sei eindeutig schwächer geworden, sagte er. Zwei Risse im Vulkan, aus denen seit Montag Magma ausgetreten war, seien wieder geschlossen.

          Zudem habe der Ausstoß von Asche und Dampf aus dem Hauptkrater abgenommen. Auch die Explosionen seien seltener geworden, sagte Barberi. „Dies ist bei aller gebotenen Vorsicht ein Indiz dafür, dass der Magma-Pegel im Vulkan abgesunken ist“, sagte der Vulkanexperte bei einer Pressekonferenz in Nicolosi. „Es gibt im Augenblick keinen Anlass zu besonderer Besorgnis.“ In den kommenden Tagen sei mit einer weiteren Abnahme der vulkanischen Aktivität zu rechnen. Für Touristen in der Region gebe es keine unmittelbare Gefahr.

          Zu früh für eine völlige Entwarnung

          Der Lava-Strom, der die beiden Orte Nicolosi und Belpasso am Fuße des Ätna bedroht, hat sich nach Angaben von Barberi in den vergangenen 24 Stunden kaum weiter bewegt. „Dies war auch erwartet worden, da die Lava flacheres Gelände erreicht hat“, sagte er. Der am Montag ausgerufene Notstand bleibe jedoch gültig. Für eine völlige Entwarnung sei es noch zu früh.

          Die größte Gefahr sehe er zur Zeit darin, dass sich glühende Lava durch Hohlräume in den bereits erkalteten Schichten den Weg ins Tal bahnen könnte. In der Vergangenheit sei so selbst Wochen nach einem Ausbruch noch glühende Lava an die Oberfläche getreten, sagte Barberi.

          Flughafen wieder geöffnet

          Eine neue Eruptionsspalte, die sich am Osthang des Ätna gebildet hat, hatte bereits am Morgen die Sicherheitsbehörden auf Sizilien aufatmen lassen. Dadurch werde der Druck in dem seit Tagen hochaktiven Vulkan gemindert, betonte Zivilschutzchef Franco Barberi. Der Flughafen von Catania konnte unterdessen wieder geöffnet werden.

          Barberi sieht sich in seiner Einschätzung dadurch bestätigt, dass die Aktivität in einer anderen Eruptionsspalte bereits nachgelassen habe. Die aus dieser Spalte entspringende Feuerzunge sei etwa vier Kilometer vor dem gefährdeten Ort Nicolosi zum Stillstand gekommen, hieß es.

          Verlauf des Ausbruchs nicht vorhersehbar

          Nach Einschätzung des deutschen Vulkanologen Boris Behncke von der Universität Catania lasse sich aber der Verlauf der Ausbrüche des Ätna weiterhin nicht vorhersagen. „Die Eruption kann ohne weiteres innerhalb der nächsten zehn Minuten aufhören. Sie könnte aber theoretisch auch noch ein Jahr dauern“, sagte er dem Rundfunksender WDR. Die Geschichte des Ätna lehre, „dass im Prinzip alles oder nichts passieren kann". Die aktuelle Verlangsamung des Hauptlavastroms sei wahrscheinlich eher darauf zurückzuführen, dass die Lava momentan über sehr flaches Gelände fließe, als dadurch, dass die Wucht der Eruption nachlasse.

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