https://www.faz.net/-gum-13jp6

Abu Dhabi : Eine Moschee wie das Paradies

Die Moschee schmückt der größte Kronleuchter der Welt Bild: ©Helmut Fricke

Für die neue Großmoschee von Abu Dhabi war das Beste nur gut genug: Die drittgrößte Moschee der Welt besitzt 82 vergoldete Kuppeln und den größten Kronleuchter der Welt. Durch ihre Schönheit hat sie sich als wichtige Sehenswürdigkeit etabliert.

          Zuvor, als die Sonne in ihrem Scheitel stand, hatte sich noch der flimmernde Dunst der Hitze über die Moschee gelegt. Wie eine märchenhafte Fata Morgana setzten sich die 82 weißen Kuppeln aus ihr ab, unterschiedlich groß, mit vergoldeten Spitzen, die die Strahlen der Sonne einfangen. An der Einfahrt auf die Insel von Abu Dhabi fügen sie sich zu einem harmonischen Ganzen. Dem Besucher, der vom Festland über eine der zwei Brücken ankommt, ist sie der Willkommensgruß des Emirats. Dem Betenden, der unter den Kuppeln Allah anruft, ist sie das Abbild des Paradieses.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Besonders jetzt, im „gesegneten Ramadan“. Wenn an diesem Freitag in einem Teil der islamischen Welt der Ramadan beginnt, erinnern sich die Muslime des Monats, an dem die ersten Suren des Korans herabgesandt wurden. Noch bedeutsamer wird ihnen das Gebet und die gute Tat. Vor allem fastet der Muslim in diesem Monat, sobald er in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden kann.

          Schwung und Farben des Jugendstils

          Er fastet trotz der Hitze bis in die Dämmerung, wenn er nach dem Gebet das Fasten bricht. Und er richtet sich auf am Anblick der vier Minarette, die mit einer Höhe von jeweils 107 Metern die Kuppeln überragen. Auch sie schließen mit vergoldeten Spitzen ab. Der Grundton der Moschee ist aber das Weiß des Marmors. Weiß als die Farbe des Friedens, als die Farbe, die Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan allen anderen vorzog, der Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate und Stifter der Moschee, der sechstgrößten der islamischen Welt. 1996 ordnete er deren Bau an. Noch an seinem Todestag am 2. November 2004 wurde er in einer Grablege unmittelbar neben der Moschee beigesetzt.

          82 vergoldete Kuppeln schmücken die Scheich Zayed Moschee

          Inspirieren ließen sich Scheich Zayed und die vielen beteiligten Künstler von den koranischen Versen zum Paradies – im großen Entwurf zur Moschee ebenso wie in den vielen Details der Dekoration. Zu Marmor wurden die Dattelpalmen in den klassisch gestalteten Säulen, in bunte Gärten führen die Blumen auf den Böden und an den Wänden. Italienische Künstler haben ihre Muster entworfen. Sie bringen den Schwung und die Farben des Jugendstils nach Abu Dhabi.

          Blumen aus Halbedelsteinen

          Den Gläubigen verkündete Allah einst, dass Flüsse von Honig den Himmel durchziehen werden. Dieses Bild greift der goldene Mihrab auf, die Gebetsnische, die in Richtung Mekka weist. Zum Gebet stellt sich der Imam in diese Nische. Blickt er nach oben, nimmt er die Sonne und ihre Strahlen wahr. Die spitzen Bögen des Muqarnas-Gewölbes brechen sie. Dort gehen sie in geschwungene Linien aus Gold über, in Flüsse aus Honig, die auf den Boden zustreben, auf dem die Gläubigen in Reihen hintereinander beten.

          Ihnen zeigen auf beiden Zeiten des Mihrabs sechseckige Uhren den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs an und die Zeiten für die fünf rituellen Gebete am Tag, die sich mit Sonnenstand ändern. In der Haupthalle können 7000 Männer beten, mit Blick auf die Richtungsmauer und den Mihrab in der Mitte. Hinter ihnen finden in zwei kleineren Gebetshallen jeweils 1500 Frauen Platz. Anders als die Männer sind sie nicht verpflichtet, das rituelle Gebet in der Moschee zu verrichten. Draußen im offenen Hof, der von Säulenreihen eingefasst ist und 17.000 Quadratmeter misst, fänden noch einmal über 30.000 Betende Platz – auf Marmor und floralen Motiven sich rankender Blumen, die sich aus Halbedelsteinen zusammensetzen.

          Weitere Themen

          Münchener Polizei fahndet nach Vergewaltiger Video-Seite öffnen

          Missbrauch einer Elfjährigen : Münchener Polizei fahndet nach Vergewaltiger

          Die Polizei in München fahndet nach einem unbekannten Mann, der ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt haben soll. Bei seiner Tat soll er eine Maske getragen haben, die das Mädchen bei der Befragung durch die Polizei als Wolfsmaske beschrieben haben soll.

          Topmeldungen

          Oh Schreck! Der Gesundheits-Check!

          FAZ Plus Artikel: Führerschein : Kommt der Gesundheits-Check?

          Seit 20 Jahren gilt die Lkw-Fahrerlaubnis nicht mehr auf ewig, und keiner hat sich beschwert. Und auch junge Fahrer schwerer Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen müssen jetzt regelmäßig zum Arzt. Wann droht das dem Autofahrer?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.