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Absturz der 4U 9525 : Wer sind die Opfer?

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Die Altistin Maria Radner, hier bei einer Probe bei den Salzburger Festspielen 2010, starb mit ihrem Mann und ihrem Kind. Bild: AP

Ein junges Ehepaar, das gerade geheiratet hatte. Eine deutsche Opernsängerin mit ihrem Mann und ihrem Baby. Wer sind die Opfer des Germanwings-Absturzes?

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          Das Unglück der abgestürzten Maschine in den Alpen mit 150 Toten ist eine Tragödie für viele. Doch hinter den Zahlen verbergen sich einzelne Schicksale, über die nach und nach mehr bekannt wird.

          Da sind jene, die dem Unglück durch einen unglaublichen Zufall entgangen sind: Ein Spanier, der am Reisetag krank wurde und dessen Frau ihn deshalb überredete, später zu fliegen. Ein junger Angestellter aus Barcelona, dessen Geschäftstermin in Düsseldorf kurzfristig verlegt wurde und der deshalb einen Tag vor dem Unglück geflogen war. Spieler eines schwedischen Drittliga-Fußballvereins aus Borlänge, die von einem Trainingslager in Spanien heimkehrten. Die Spieler des Einwanderervereins hatten erst auf dem Germanwings-Flug eingecheckt, dann aber bessere Verbindungen entdeckt und in letzter Minute umgebucht.

          Und dann sind jene, die an Bord gingen.

          Darunter 16 Schüler des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern, die mit zwei ihrer Lehrer von einem Schüleraustausch in Spanien zurückkehrten. Sie waren für die verhängnisvolle Reise ausgelost worden. Weil es für die Teilnahme am achttägigen Austauschtrip in die Nähe von Barcelona mehr Bewerber gegeben habe als Plätze, sei das Los auf die nun ums Leben gekommenen Mädchen und Jungen gefallen, berichtete die „Haltener Zeitung“. Mindestens einer der Schüler sei über die Nachrückerliste zur Reisegruppe gestoßen. Nach Informationen der Zeitung hatten sich 40 Schüler für die Reise beworben - 14 Schülerinnen und zwei Schüler seien ausgewählt worden.

          Unter den 72 deutschen Opfern ist auch ein Elternpaar aus Meerbusch (Kreis Neuss). Zurück bleiben zwei schulpflichtige Kinder: ein Mädchen an einer Grundschule und ein Junge an einer Gesamtschule. Die Bürgermeisterin kündigte an, unverzüglich Kontakt zu den Großeltern aufzunehmen und Unterstützung für die Familie zu organisieren.

          Bassbariton Oleg Bryjak hatte ein Gastspiel in Barcelona gegeben.

          Die Deutsche Oper am Rhein und die Bayreuther Festspiele trauern um zwei ihrer Sänger. Die Altistin Maria Radner und der Bassbariton Oleg Bryjak waren auf dem Rückweg von Barcelona, wo sie im Gran Teatre del Liceu aufgetreten waren. Radner hätte in diesem Jahr in Bayreuth im „Ring des Nibelungen“ als Rheintochter Floßhilde und erste Norn debütieren sollen. Sie war in Begleitung ihres Ehemanns und ihres Kindes, die ebenfalls ums Leben kamen.

          Unter den 150 Opfern des Flugzeugabsturzes sind auch Mitarbeiter deutscher Konzerne. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer bestätigte, dass sich ein Angestellter in dem Germanwings-Airbus befand. Der Düsseldorfer Henkel-Konzern trauert ebenfalls um eine Mitarbeiterin.

          Die Stadt Dortmund beklagt drei Todesopfer: einen ehemaligen stellvertretenden Bezirksbürgermeister und Künstler sowie dessen Ehefrau, die beide früher für die Grünen in der Bezirksvertretung Mengede saßen. Außerdem soll nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ ein angehender Verkehrspilot aus Dortmund an Bord gewesen. Der junge Mann sei kurz vor Abschluss seiner Ausbildung als Flugbegleiter in der Todesmaschine eingesetzt gewesen, berichtete die Zeitung.

          Zahlreiche spanische Geschäftsreisende waren ebenfalls an Bord, mehrere wollten zur Kölner Ernährungsmesse Anuga. Auch Mitarbeiter der spanischen Modemarke Desigual, sowie der Firma Nutriexport aus Argentona, Bayer, Inoxpa und Delphi waren unter den Opfern.

          Unter den spanischen Opfern ist auch ein Vater von drei kleinen Kindern, dessen Frau gerade das vierte Kind erwartet. Er arbeitete zuletzt für Esprit in Deutschland, pendelte aber zu seiner Familie nach La Coruña in Galicien.

          Aus der Nähe von Barcelona stammt auch ein junges Paar, das erst am vergangenen Samstag geheiratet hatte. Die 23-jährige Frau und ihr Ehemann wollten nach Düsseldorf umziehen, um dort zu arbeiten.

          Das zweite Kleinkind an Bord der verunglückten Maschine reiste ebenfalls mit seiner Mutter, einer 37 Jahre alten Spanierin. Sie arbeitete in Deutschland und war in Spanien wegen eines Trauerfalls in ihrer Familie zu Besuch gewesen.

          Laut Germanwings kamen die 150 Passagiere und Crewmitglieder der Unglücksmaschine aus Deutschland, Spanien, Belgien, Großbritannien, Mexiko, Argentinien, Marokko, Kolumbien, Australien, Japan, den Vereinigten Staaten, Belgien, Dänemark, Kasachstan, den Niederlanden und Israel.

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