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Crews wollen nicht fliegen : Germanwings setzt elf Fremdjets ein

  • Aktualisiert am

Germanwings-Flugzeuge auf dem Flughafen Köln/Bonn (Archivbild) Bild: AP

Am Tag nach dem schwersten Flugzeugunglück ihrer Geschichte hält die Fluggesellschaft Germanwings nur mit Mühe ihren Flugplan aufrecht. Die Lufthansa übernimmt einige Flüge ihrer Tochtergesellschaft.

          Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich sind mehrere Germanwings-Flüge umgeplant worden. Die eigentlich für diese Einsätze vorgesehenen Besatzungsmitglieder sähen sich nicht in der Lage, die Flüge durchzuführen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Morgen.

          Germanwings setzt an diesem Mittwoch elf Flugzeuge anderer Gesellschaften für etwa 40 Flüge ein. Die Jets kommen von der Konzernmutter Lufthansa, der Tuifly sowie der Air Berlin, teilte das Unternehmen in Köln mit. Es müsse daher nur ein Flug gestrichen werden.

          Bereits am Dienstagabend waren mehrere Germanwings-Flüge ausgefallen, weil Besatzungen nach der Meldung vom Absturz nicht fliegen wollten. „Spiegel Online“ hatte berichtet, mehrere Crews hätten sich geweigert, ihre Flüge mit Maschinen des Unglückstyps Airbus A320 anzutreten. Von der Lufthansa hieß es, die Besatzungsmitglieder wollten „aus persönlichen Gründen“ nicht fliegen, weil sie in ihrer Trauer dazu nicht in der Lage seien.

          Auch der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, wies Spekulationen zurück, es gebe bei den Piloten Sicherheitsbedenken. „Das hat nichts mit der Sicherheit zu tun“, sagte Handwerg im ARD-“Morgenmagazin“. Es seien Kollegen und Freunde ums Leben gekommen. Dies belaste „emotional so stark“, dass es besser sei, nicht in ein Flugzeug zu steigen.

          Erster Germanwings-Flieger aus Barcelona nach Unglück landet heil in Düsseldorf

          Die Lufthansa hatte schon am Morgen angekündigt, mehrere Flüge der Tochtergesellschaft am Mittwoch zu übernehmen. Diese würden mit Lufthansa-Flugzeugen und Lufthansa-Crews durchgeführt. Um welche Verbindungen es sich handelt, konnte der Sprecher am Morgen noch nicht sagen.

          Auf der Unglücksstrecke selbst ist bereits wieder eine Maschine von Germanwings geflogen. Die Passagiere des ersten Germanwings-Flugs von Barcelona nach Düsseldorf nach der Flug-Katastrophe landeten am frühen Morgen nach stundenlanger Verspätung heil in Düsseldorf.

          Stimmenrekorder „beschädigt, aber verwertbar“

          Erste Informationen zum Ablauf des Unglücks erwarten die Ermittler von einem Flugschreiber, der bereits geborgen wurde. Der Stimmenrekorder sei „beschädigt, aber verwertbar“, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve dem Sender RTL. Nähere Informationen über die Beschädigung gab es zunächst nicht. Bei dem gefundenen Flugschreiber soll es sich um den Cockpit Voice Recorder (CVR) handeln, der Geräusche und Gespräche im Cockpit aufzeichnet.

          Nach der zweiten Blackbox wird noch an der Absturzstelle gesucht. 65 Bergungskräfte machten sich zu Fuß in das unwegsame Gebiet an der Absturzstelle auf. Die Gendarmerie will 30 Polizisten mit Hubschraubern in das Gebiet bringen.

          Beim dem Absturz des Airbus A320 in den französischen Alpen  am Dienstag 150 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Opfern zählen nach Angaben von Germanwings 67 Deutsche, darunter 16 Schüler einer zehnten Klasse und ihre beiden Lehrerinnen aus Nordrhein-Westfalen. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist heute zur Absturzstelle.

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