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Germanwings-Trauerfeier : Falsche Cousine erschleicht sich Gratis-Flug

  • Aktualisiert am

Ein Denkmal im französischen Dorf Le Vernet in der Nähe des Absturzortes der Germanwings-Maschine. Bild: AFP

Germanwings hat Angehörigen Gratisflüge zur Trauerfeier angeboten. Eine Frau gab sich als Cousine eines der Opfer aus und flog umsonst nach Frankreich. Jetzt ermittelt die Polizei.

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          Eine Frau soll sich als Angehörige eines Opfers des Germanwings-Absturzes ausgegeben haben, um auf Kosten der Fluggesellschaft nach Südfrankreich zu fliegen. Die Konzernmutter Lufthansa prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die vermeintliche Angehörige, wie ein Sprecher auf Nachfrage am Donnerstag sagte.

          Nach Informationen der „Halterner Zeitung“ hatte die Frau aus dem Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen fälschlicherweise behauptet, die Cousine einer Lehrerin des Halterner Gymnasiums zu sein, das bei dem Unglück in den französischen Alpen 16 Schüler und zwei Lehrerinnen verlor. Auf diese Weise soll sie in Begleitung von drei Personen zweimal in die Unglücksregion geflogen sein - ohne dass sie mit der getöteten Lehrerin in Verbindung stand. Die Zeitung beruft sich dabei unter anderem auf den Vater des Opfers. Wegen Betrugsverdacht hat die Polizei in Höxter Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Sprechers hatte sich die Lufthansa an die Polizei gewandt.

          „Der Lufthansa ist der Vorfall bekannt“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Donnerstag ohne die Einzelheiten zu bestätigen. Er sprach von einem „bedauerlichen Einzelfall“, der weiter geprüft werde. In der Ausnahmesituation nach dem Absturz von Flug 4U9525 sei zwar die Plausibilität der Angaben von Anrufern geprüft worden. Für einen schnellen und unbürokratischen Umgang mit den Angehörigen habe die Lufthansa aber auf detaillierte Überprüfungen verzichtet, erklärte er. „Wir bedauern sehr, dass die Familie des Opfers in diesen schweren Stunden in ihrer Trauer gestört wurde.“ Die ökumenische Gedenkfeier für die Opfer soll am 17. April im Kölner Dom stattfinden. An der Andacht wollen unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen. Der Copilot soll die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben.

          Keine Fehler bei Erteilung der Fluglizenz

          Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat indessen Mutmaßungen widersprochen, bei der Erteilung der Fluglizenz des Germanwings-Co-Piloten Andreas Lubitz könnten Informationspflichten verletzt worden sein. LBA und Lufthansa seien zu der gemeinsamen Überzeugung gekommen, dass die Verfahrenswege zur Erlangung der Fluglizenz eingehalten worden seien, erklärte die die Behörde am Donnerstag. Dies sei eines der Ergebnisse eines mehrstündigen Gesprächs von LBA-Präsident Jörg Mendel am Dienstag mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr. „Das Gespräch war sehr konstruktive und substanziell“, erklärte das LBA.

          Nach bisherigen Ermittlungen hat der Co-Pilot Andreas Lubitz einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings am 24. März in den französischen Alpen absichtlich abstürzen lassen. Alle 150 Insassen der Maschine wurden dabei getötet. Lubitz litt nach Angaben der Ermittlungsbehörden an Depressionen.

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