https://www.faz.net/-gum-81ihg

Germanwings-Unglück : Merkel: Wir werden alles tun, um die Tragödie aufzuklären

  • Aktualisiert am

Sichtlich betroffen: Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagnachmittag im Kanzleramt Bild: dpa

Der wohl durch den Copiloten herbeigeführte Germanwings-Absturz gehe als Tragödie „über jedes Vorstellungsvermögen hinaus“, sagt Bundeskanzlerin Merkel. Laut Innenminister De Maizière gibt es keine Hinweise „auf einen irgendwie gerarteten terroristischen Hintergrund“.

          Zwei Tage nach dem Absturz der Germanwings-Maschine über den französischen Alpen ist Deutschland weiterhin zutiefst betroffen. Die Nachricht, dass der Copilot die Maschine offenbar absichtlich hat abstürzen lassen, führte am Donnerstag zu Fassungslosigkeit. „So etwas geht über jedes Vorstellungsvermögen hinaus“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagnachmittag in Berlin. Die Kanzlerin versprach, die Bundesregierung und die deutschen Behörden würden alles Erdenkliche tun, um die Ermittlungen zu unterstützen. „Wir kennen noch nicht alle Hintergründe.“ Deshalb bleibe es so wichtig, dass jeder Aspekt weiter gründlich untersucht werde.

          Sie sei sich mit dem französischen Präsidenten François Hollande einig, alles zu tun, um die Hintergründe der Katastrophe aufzuklären.

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière

          Mit „jähem Entsetzen und tiefer Trauer“ blickte der Deutsche Bundestag auf die Katastrophe, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert in Berlin sagte. Er erinnerte besonders an die „vielen jungen, sehr jungen Menschen“, die bei dem Unglück ums Leben gekommen seien. In diesen unbeschreiblich schweren Tagen wünsche er den Angehörigen Kraft und auch Zuversicht, diese Herausforderung zu bewältigen. Deutschlandweit fand eine Schweigeminute statt.

          De Maizière: Kein Indiz für Terrorhintergrund

          Bei der Airbus-Katastrophe es auch nach Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) „keine Hinweise auf einen irgendwie gerarteten terroristischen Hintergrund“. Es habe nach dem Absturz bereits routinemäßig Überprüfungen gegeben, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin.

          Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten bereits am Tag des Absturzes routinemäßig in den Informationenssystemen von Polizei und Nachrichtendiensten eine Abfrage vorgenommen, um die Besatzung mit Blick auf mögliche terroristische Verbindungen zu überprüfen. „Wir haben alle überprüft.“ Die Ergebnisse seien allesamt negativ ausgefallen. Dies betreffe auch den Copiloten. Offensichtlich ist es das Anliegen des Innenministers anderweitige Gerüchte im Keim ersticken.

          De Maizière machte aber keine weitere Angaben zu Andreas L., der die Maschine offenbar absichtlich abstürzen ließ. Auch die für die Ermittlungen zuständige Staatsanwaltschaft in Marseille hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

          Der deutsche Copilot des Germanwings-Airbus soll den Sinkflug der Maschine bewusst eingeleitet haben, als er allein im Cockpit saß. Er soll sich nach den bisherigen Ermittlungen, die auf der Auswertung des Stimmenrekorders beruhen, geweigert haben, den Flugkapitän wieder ins Cockpit zu lassen. Der Airbus A320 war am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. An Bord waren 150 Menschen, darunter 72 Deutsche.

          Dobrindt: Plausible These der Ermittler

          Die an der Auswertung des Stimmrekorders beteiligten deutschen Experten stützen die Darstellung der französischen Staatsanwaltschaft, dass der Copilot mit einem bewussten Sinkflug den Germanwings-Airbus abstürzen ließ.

          Topmeldungen

          Interims-Führung: Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer (v.l.) am Montag im Willy-Brandt-Haus in Berlin

          Mitgliederentscheid : Das gefährliche Spiel der SPD

          Mit einem „Fest der innerparteilichen Demokratie“ will die SPD ihre neue Parteiführung bestimmen. Doch das birgt diverse Risiken – und könnte die neue Spitze schnell wieder in die Bredouille bringen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.