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Germanwings-Flug 4U 9525 : Was wir über den Absturz wissen – und was nicht

Die Wrackteile des Germanwings-Flugzeugs sind in einer unwirtlichen Gegend weitläufig verteilt. Noch immer können die Einsatzkräfte die Unglücksstelle nur aus der Luft erreichen. Bild: Reuters

Sechs Tage sind seit dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs vergangen. Zeitungen, TV-Sender und Internetportale berichten pausenlos, doch es fällt schwer, den Überblick zu behalten. Zeit für eine Bestandsaufnahme: Was wissen wir wirklich?

          Was wissen wir sicher?

          • Im Gegensatz zum vermissten Flug MH370 der Malaysia Airlines steht im Fall des Germanwings-Flugs 4U 9525 ohne jeden Zweifel fest, dass das Flugzeug am Dienstag abgestürzt ist. Es zerschellte an einem Bergmassiv nordöstlich von Marseille. Alle 150 Menschen an Bord kamen auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ums Leben.
          • Unter den Toten sind 72 Deutsche, darunter 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern sowie die Altistin Maria Radner und der Bassbariton Oleg Bryjak.
          • Die französischen Ermittler gehen davon aus, dass Kopilot Andreas Lubitz den Airbus A320 mutwillig in einen Sinkflug versetzte, nachdem der Kapitän das Cockpit kurz verließ. Auf einer Pressekonferenz erklärte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin am Donnertag, es sehe so aus „als ob der Kopilot das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht und so zerstört hat“. Hinweise auf einen terroristischen Anschlag gebe es nicht, auch stand der Kopilot auf keiner Terrorliste.
          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          • Der Staatsanwalt beruft sich dabei auf die Auswertung des Sprachrekorders. Demnach hatte der Kapitän kurz das Cockpit verlassen, um auf die Toilette zu gehen, und das Kommando seinem Kopilot übergeben. Als er zurück ans Steuer wollte, habe er die automatisch verriegelte Tür zum Cockpit nicht mehr öffnen können, so der Staatsanwalt. Der Kapitän habe in zunehmender Verzweiflung versucht, sie zu öffnen, was ihm aber nicht gelang.
          • Die plausibelste Deutung gehe dahin, dass der Kopilot vorsätzlich verhindert habe, dass die Tür geöffnet werde. Auf Ansprache der Fluglotsen habe der Mann minutenlang nicht reagiert. Auch einen Notruf habe er nicht abgesetzt. Der Stimmenrekorder habe jedoch bis zuletzt gleichmäßiges Atmen aus dem Cockpit aufgezeichnet, was darauf hindeute, dass der Kopilot bei vollem Bewusstsein war. Gesagt habe er aber nichts mehr.
          • Dennoch untersuchen die französischen Ermittler auch die Möglichkeit eines technischen Defekts der Maschine. „Derzeit kann die Hypothese eines technischen Fehlers nicht ausgeschlossen werden“, sagte der Chef der in Düsseldorf eingesetzten französischen Ermittler, Jean-Pierre Michel, am Samstag dem Sender BFMTV.
          • Andreas Lubitz war 27 Jahre alt und stammt aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur.
          • Er arbeitete seit 2013 für Germanwings.
          • Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf sagte am Freitag, Fahnder hätten in der Wohnung des Mannes „zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen“ gefunden.
          • Nach Angaben der Lufthansa musste Lubitz seine Ausbildung mehrere Monate lang unterbrechen. Die Fluglinie nennt jedoch keinen Grund dafür.
          • Die Fahnder fanden weder einen Abschiedsbrief noch ein Bekennerschreiben.
          • Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig hat mittlerweile die Personalakte des Germanwings-Copiloten geprüft, sie äußert sich aber nicht zum Inhalt.

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