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Germanwings-Absturz : Niemand informierte Luftfahrtbundesamt über psychische Probleme

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Andreas Lubitz, Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, fotografiert im Jahr 2009 in Hamburg Bild: AP

Hätte die Lufthansa die Behörden von Andreas Lubitz’ früherer Depression unterrichten müssen? Neue Erkenntnisse erhöhen den Druck auf die Airline.

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          Der medizinische Dienst der Lufthansa hat das Luftfahrtbundesamt einem Zeitungsbericht zufolge nicht über die abgeklungene schwere Depression des Copiloten der in Frankreich abgestürzten Germanwings-Maschine informiert. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine schriftliche Stellungnahme des Luftfahrtbundesamtes berichtet, hatte die Braunschweiger Behörde bis zur Akteneinsicht beim Aeromedical Center der Lufthansa in Frankfurt in Main am 27. März „keinerlei Informationen über die medizinischen Hintergründe“.

          Der Copilot Andreas Lubitz hatte den Germanwings-Airbus den bisherigen Ermittlungsergebnissen zufolge am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf bewusst in einen Berg in den französischen Alpen gesteuert, um sich das Leben zu nehmen. Dabei kamen 150 Menschen ums Leben. Schnell wurde bekannt, dass der 27 Jahre alte Lubitz bereits wegen schwerer psychischer Probleme mit Suizidgefahr behandelt worden war.

          Keine Information weitergegeben

          Laut der Zeitung hätten die Lufthansa-Ärzte, die den Piloten in den Jahren von 2009 bis 2014 untersuchten, das Luftfahrtbundesamt darüber informieren müssen. Ein Flugmediziner müsse seit April 2013 bei schweren Krankheiten wie einer Depression den Fall an die Aufsichtsbehörde verweisen. Seitdem habe es noch zwei Tauglichkeitsprüfungen gegeben, und zwar im Sommer 2013 und 2014.

          Laut der „Welt am Sonntag“ gab es in der Lizenz des Copiloten zudem einen sogenannten SIC-Vermerk, der vorschreibt, dass der untersuchende Arzt die lizenzvergebende Behörde kontaktieren muss. Das war aber nicht geschehen, wie das Luftfahrtbundesamt auf Anfrage der Zeitung bestätigte. Die Lufthansa wollte sich zu dem Fall nicht äußern und verwies auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, die vom Unternehmen natürlich voll unterstützt würden.

          Tauglichkeit bestätigt

          Seit 2009 hätten die Lufthansa-Ärzte in den unternehmenseigenen Aeromedical Centern in Frankfurt am Main und München insgesamt sechs Mal die Tauglichkeit von Andreas L. bestätigt, schreibt die „Welt am Sonntag“. 2009 sei zusätzlich zum gewöhnlichen Test auch ein psychiatrisches Gutachten erstellt worden. Weitere derartige Gutachten seien aber nicht eingeholt worden.

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