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Germanwings-Absturz : Kopilot war wegen Suizidgefahr in Behandlung

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Staatsanwalt Christoph Kumpa bei seinem Auftritt vor der Presse am Montag in Düsseldorf Bild: dpa

Der Kopilot der in den Alpen zerschellten Germanwings-Maschine war laut Ermittlern vor einigen Jahren selbstmordgefährdet und deshalb in Therapie. Bis zuletzt hätten Arztbesuche stattgefunden – allerdings ohne dass eine Selbstmordgefährdung attestiert worden sei.

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          Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat erstmals bestätigt, dass der Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine in psychiatrischer Behandlung war. Andreas Lubitz sei „vor mehreren Jahren - vor Erlangung des Pilotenscheines - über einen längeren Zeitraum mit vermerkter Suizidalität in psychotherapeutischer Behandlung“, sagte der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa in der nordhrein-westfälischen Landeshauptstadt. Bis zuletzt hätten weitere Arztbesuche mit Krankschreibungen stattgefunden, jedoch ohne dass „Suizidalität oder Fremdaggressivität“ attestiert worden seien.

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          Etwa 100 Ermittler beschäftigen sich in der Düsseldorfer Sonderkommission „Alpen“ mit dem Germanwings-Absturz. Rund die Hälfte von ihnen ist einer Mordkommission zugeteilt, die sich mit etwaigen Motiven des vermutlich vorsätzlich verursachten Absturzes beschäftigt. Wie Kumpa am Montag sagte, werteten die Beamten die bislang sichergestellten Beweise – etwa aus der Durchsuchung zweier Wohnungen – aus. Zudem seien bereits eine Reihe von Zeugen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld vernommen worden.

          Die bisherigen Ermittlungen lassen laut Kumpa keinen Rückschluss auf das Motiv des Kopiloten Andreas Lubitz zu, die Germanwings-Maschine mit 150 Personen an Bord absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz zu bringen. Seinem Auftritt vor der Presse stellte der Staatsanwalt dementsprechend den Satz voran: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Staatsanwaltschaft nicht an Spekulationen zur Motivlage des verstorbenen Kopiloten beteiligen will – und das auch nicht kann!“

          Nach wie vor gebe es weder eine „belegbare Ankündigung“, noch sei ein Bekenntnis zur Tat gefunden worden. „Ebenso wenig sind im unmittelbaren persönlichen und familiären Umfeld oder am Arbeitsplatz besondere Umstände bekannt geworden, die tragfähige Hinweise über ein mögliches Motiv geben können“, so Kumpa weiter. Den Angaben zufolge gehen aus den sichergestellten Unterlagen bislang keine Hinweise auf „organische Erkrankungen“ hervor. Das gilt laut Kumpa auch für eine angebliche Augenerkrankung Lubitz’, von der mehrere Medien berichtet hatten.

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