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Nach Germanwings-Absturz : Fliegerärzteverband fordert strengere Untersuchungen für Piloten

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„Wir müssen im Cockpit aufeinander aufpassen“: Blick in einen Flugsimulator des Typs Airbus 320-212 bei der Lufthansa. Bild: Caro / Teich

Wie häufig und mit welchen Tests sollen Piloten medizinisch untersucht werden? Der Verband der Fliegerärzte fordert nach dem Germanwings-Absturz eine Ausweitung der Gutachten, Ärztepräsident Montgomery widerspricht.

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          Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten hat sich der Deutsche Fliegerarztverband für strengere Untersuchungen für Piloten von Passagierflugzeugen ausgesprochen. „Wir fordern häufigere und gründlichere Laboruntersuchungen für Piloten“, sagte Verbandspräsident Hans-Werner Teichmüller der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag). Es müsse ein Befund her, mit dem auch der Konsum von Psychopharmaka und Drogen nachgewiesen werden könne. Dem Zeitungsbericht zufolge geht der Interessenverband der flugmedizinischen Sachverständigen mit seiner Forderung weit über die bisherige Praxis hinaus.

          Ärztepräsident Frank Montgomery wies unterdessen Überlegungen zurück, die ärztliche Schweigepflicht zu lockern. „Kritische Reflexion ist immer sinnvoll. Wir haben aber eher Probleme mit einem zu laxen Umgang mit der Schweigepflicht“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Häufig würden Krankenhäuser nach dem Tod eines Menschen seine Akten herausgeben, obwohl das verboten sei.

          Seit dem Absturz des Flugzeugs am 24. März wird über medizinische Untersuchungen für Piloten und eine mögliche Lockerung der Schweigepflicht debattiert. Der Kopilot soll den Kapitän ausgesperrt und die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen absichtlich in den Sinkflug gebracht haben. Bei der Katastrophe war der Kopilot krankgeschrieben, was er jedoch anscheinend verheimlichte. Was er hatte, ist nicht bekannt.

          Nach früheren Lufthansa-Angaben hatte Andreas Lubitz „ein voll gültiges Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1“. Als Flugschüler habe er 2009 seine Lufthansa-Verkehrsfliegerschule über eine „abgeklungene schwere depressive Episode“ informiert.

          Betreuung der Opfer-Angehörigen

          Die Betreuung von Angehörigen der Opfer soll derweil gesichert bleiben, wie die zuständige Präfektur des Départements Alpes-de-Haute-Provence mitteilte. Am Einsatzzentrum der Bergungskräfte in Seyne-les-Alpes stehe nahe dem Rathaus ein Rückzugsraum zur Besinnung zur Verfügung. Dort sei vier Stunden täglich eine psychologische Betreuung im Einsatz. Die provisorische Gedenkstätte in Le Vernet in der Nähe der Absturzstelle soll für Angehörige weiter zugänglich, ansonsten aber abgesperrt bleiben.

          Der Fliegerarztverband ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von deutschen Fliegerärzten. Diese untersuchen demnach Piloten, fliegendes Personal in Cockpit und Kabine sowie Fluglotsen auf die gesundheitliche Tauglichkeit für ihre Tätigkeit.

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