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Germanwings-Unglück : Rettungskräfte bergen erste Opfer 

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Die meisten deutschen Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen, weshalb Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit Merkel nach Frankreich gereist war. An Bord der verunglückten Maschine waren unter anderem 16 Schüler aus Haltern, die ihre verhängnisvolle Spanien-Reise per Losentscheid gewonnen hatten, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung sagte. Eine Schülerin hätte den Flug nach Informationen der spanischen Zeitung „El País“ fast verpasst, weil sie ihren Ausweis bei der Gastfamilie vergessen hatte.

Vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern erinnerte am Mittwoch ein Lichtermeer an die 16 Schüler und zwei Lehrerinnen. „An unserer Schule wird nichts mehr so sein, wie es vorher war“, sagte Schulleiter Ulrich Wessel. „Gestern waren wir viele. Heute sind wir allein“, stand auf einem Schild auf dem Schulhof.

Bergung der Opfer extrem schwierig

Merkel dankte den Einsatzkräften für deren Arbeit: „Das ist ein Zeichen unglaublicher Freundschaft und Hilfe. Wir sind sehr dankbar“, sagte sie. Bergungsteams seilten sich am Mittwoch von Hubschraubern in das unwegsame Gelände ab. Zugleich setzten rund 50 Spezialkräfte, die in dem Bergmassiv in Biwaks übernachtet hatten, ihren Aufstieg zum Absturzort fort.

Die Staatsanwaltschaft von Marseille nahm Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung auf. Die Flugüberwachung habe kurz vor dem Unglück vergeblich versucht, Kontakt zu dem Airbus herzustellen, sagte Staatsanwalt Brice Robin. Düsseldorfer Staatsanwälte übernahmen die deutschen Ermittlungen. Auch Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sind in Frankreich im Einsatz. Das Bundeskriminalamt bereitet sich darauf vor, bei der Identifizierung der Opfer mitzuhelfen. Die Bergung der 150 Opfer ist extrem schwierig. Für die Angehörigen wurde in Seyne-les-Alpes ein Ort der Stille eingerichtet, Dolmetscher waren vor Ort. Die Lufthansa will an diesem Donnerstag weitere Hinterbliebene mit Sonderflügen nach Südfrankreich bringen.

Das Bundesinnenministerium ordnete Trauerbeflaggung an allen Bundesbehörden an. Auch in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern wehen die Fahnen an Dienstgebäuden auf halbmast. Im Bundestag soll am Donnerstag der Opfer des Unglücks gedacht werden. Neben den deutschen waren auch Passagiere aus Spanien, Australien, Argentinien, Iran, Venezuela, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Niederlande, Kolumbien, Mexiko, Japan, Dänemark, Belgien und Israel an Bord.

24 Stunden nach dem Absturz wurde am Mittwoch um 10.53 Uhr mit einer Gedenkminute auf deutschen Flughäfen an die Opfer erinnert. Weltweit beteiligten sich Mitarbeiter von Germanwings, Lufthansa und anderen Fluggesellschaften. Auch das Bundeskabinett in Berlin legte eine Schweigeminute ein.

Das Flugzeug wurde bei dem Aufprall förmlich pulverisiert; die meisten Trümmerteile seien kaum mehr als einen Meter auf einen Meter groß, berichten Bergungshelfer. Offenbar sind nur wenige Wrackteile so groß wie dieses. Bilderstrecke

Germanwings strich am Dienstagabend zahlreiche Flüge. Etliche Besatzungen waren nicht zum Dienst gekommen. Auch am Mittwoch erklärten sich mehrere Crews für nicht einsatzbereit. Grund sei „der Schockzustand sowohl beim Kabinen- wie beim Cockpitpersonal“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Am Mittwoch sagte die Fluglinie nur einen einzigen Flug ab, ihren Flugbetrieb stemmte sie mit Hilfe der Konkurrenz.

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