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80,5 Millionen Einwohner : Zuwachs nur durch Zuwanderer

  • -Aktualisiert am

80,5 Millionen Menschen leben in Deutschland. Bild: dpa

Deutschland wächst 2012 um 196.000 Einwohner. Grund für das Plus ist ausschließlich die hohe Zuwanderung, teilte das Statistische Bundesamt mit.

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          Die Zahl der Einwohner Deutschlands ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um etwa 196.000 auf 80,5 Millionen gewachsen. Einen stärkeren Zuwachs hatte es zuletzt vor 20 Jahren (1992) gegeben, mit knapp 700.000 Personen. Im Jahr 2011 hatte es ein Plus von 92.000 Personen gegeben. Der Bevölkerungszuwachs geht ausschließlich auf Zuwanderer zurück, weil die Zahl der Sterbefälle (etwa 870.000) die der Geburten (etwa 674.000) auch 2012 weit überschritt, aber gleichzeitig die Zahl der Zuwanderer die der Abwanderer ins Ausland um etwa 369.000 übertraf. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

          Mehr Zuwanderer aus Rumänien, Ungarn und Polen

          Am stärksten wuchs 2012 die Zahl der Zuwanderer aus Rumänien (21.000) und Ungarn (13.000). Große Zuwächse gegenüber 2011 verzeichneten die Statistiker auch bei den Zuwanderern aus Polen (12.000) und solchen aus den von der Finanz- und Schuldenkrise gebeutelten Ländern im Süden Europas, etwa Italien (12.000), Griechenland (11.000) und Portugal (3600). Prozentual am stärksten stieg die Zahl der Zuwanderer aus Griechenland (42 Prozent), Portugal (knapp 40 Prozent) und Spanien (34 Prozent), sieht man von den Slowenen ab (mehr als 60 Prozent), deren Zuwandererzahl gegenüber 2011 um gut 2000 stieg.

          Die Entwicklung der gesamten Einwohnerzahl

          Drei Viertel der Zuwanderung entfielen auf die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. Die Einwohnerzahlen stiegen am stärksten in Bayern (plus 76.000), Baden-Württemberg (plus 57.000), Berlin (plus 49.000), Hessen (plus 23.000) und Hamburg (plus 16.000). In Rheinland-Pfalz blieb die Zahl der Einwohner im vergangenen Jahr fast gleich, im Saarland und in den neuen Bundesländern war sie rückläufig. Den größten Bevölkerungsrückgang verzeichneten die Wiesbadener Statistiker für Sachsen-Anhalt (minus 17.000), Thüringen (minus 11.000) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 7000). Bei den neuen Bevölkerungszahlen sind die Ergebnisse des Zensus 2011 berücksichtigt, die im Mai 2013 veröffentlicht wurden und die Berechnung der Bevölkerungszahl auf eine neue Grundlage stellten. Der Zensus ergab für Deutschland eine Bevölkerungszahl, die um 1,5 Millionen unter jener liegt, die zuvor auf der Basis der Volkszählung von 1987 und der Auswertung des zentralen Melderegisters der DDR zum 3. Oktober 1990 berechnet worden war.

          Die Wiesbadener Statistiker hatten schon im Juli mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr in Deutschland 673.570 Kinder lebend geboren wurden, 11.000 mehr als 2011, dem Jahr mit einem historischen Tiefststand bei den Geburtenzahlen. Die Zahl der Sterbefälle lag 2012 mit 869.582 auf dem höchsten Stand seit dem 1996, der Sterbeüberschuss erreichte mit 196.012 den höchsten jemals in Deutschland gemessenen Wert. Einen Geburtenüberschuss gab es zuletzt im Jahr 1971, als in ganz Deutschland bei etwa 965.000 Sterbefällen 1,01 Millionen Kinder geboren wurden.

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