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40,3 Grad : Hitzerekord in Deutschland gebrochen

  • Aktualisiert am

Blick vom Sprungturm im Essener Grugabad: Bei diesen Temperaturen bleibt nur noch der Sprung ins Wasser. Bild: dpa

Nun also doch: „Annelie“ hat Deutschland aufgeheizt wie noch kein Hoch zuvor. In Kitzingen stieg das Thermometer auf 40,3 Grad. Zum Wochenbeginn dürfen wir aber kurz durchatmen.

          Die Hitzewelle hat Deutschland einen neuen Temperaturrekord beschert. Im bayerischen Kitzingen wurden am Sonntag 40,3 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Sonntagabend sagte. Das ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die bislang höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland betrugt 40,2 Grad.

          Bei den Tagestemperaturen in Europa treten doppelt so oft Hitzerekorde auf wie Kälterekorde, berichtete Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im dpa-Interview. Für längere Zeiträume sei das Verhältnis noch wesentlich deutlicher: „Bei den Monatswerten haben wir heute schon fünfmal so viele Hitzerekorde wie es in einem stabilen Klima der Fall wäre“, sagte der Wissenschaftler. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, da das Klima durch die Treibhausgase immer weiter aufgeheizt werde.



          Am bislang heißesten Wochenende des Jahres kamen bundesweit mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Strände und Seen erlebten einen gewaltigen Ansturm. Auch an Land hatte die Hitze gefährliche Folgen. So kollabierten viele Erntearbeiter auf einem Feld. Waldgebiete und Wiesen brannten. Etliche Fernzüge fielen wegen defekter Klimaanlagen aus. Auf die Hitze folgten in einigen Regionen Unwetter. Zwei Menschen wurden am Sonntag durch Blitze verletzt. Bäume stürzten auf Autos, Starkregen flutete Keller und Straßen.

          Wegen umgestürzter Bäume sind am Sonntagabend die Bahnstrecken zwischen Berlin und Hannover sowie zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hannover gesperrt worden. Durch ein Unwetter hätten die Äste die Oberleitungen beschädigt und die Schienen blockiert, teilte die Deutsche Bahn am Abend in Berlin mit. Aus Sicherheitsgründen würden die Fernzüge in den Bahnhöfen zurückgehalten. Es komme zu Zugverspätungen. Die Einsatzkräfte der Bahn arbeiteten mit Hochdruck daran, die Strecken zu räumen und beschädigte Oberleitungen instand zu setzen.

          Doch Hoch „Annelie“ bescherte vielen Menschen auch ein perfektes Wochenende. Freibäder, Eisdielen und Biergärten waren ebenso heiß begehrt wie Brunnen und Planschbecken. Rimini-Feeling gab es an den Küsten: Die Ostsee sei „ihrem Ruf als besseres Mittelmeer“ an diesem Wochenende gerecht geworden, sagte ein Sprecher des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Strände seien „pickepackevoll“ gewesen.

          An diesem Montag soll eine Kaltfront für etwas Abkühlung sorgen, bevor am Dienstag die Temperaturen wieder auf mehr als 30 Grad klettern. Der DWD rechnet mit schweren Unwettern in Westdeutschland. Auch Tornados seien möglich.

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