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36 Deutsche an Bord : Brand auf Kreuzfahrtschiff im Indischen Ozean

  • Aktualisiert am

Die „Azamara Quest“ (Archivbild) Bild: REUTERS

Wieder ist ein Kreuzfahrtschiff in Not geraten. Nach einem Brand im Maschinenraum trieb die „Azamara Quest“ zunächst ohne Antrieb im Indischen Ozean. Rund 600 Touristen sind an Bord.

          Es ist der dritte Notfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Auf einem Luxusliner mit etwa 1000 Menschen an Bord - darunter 36 Deutsche - ist vor der Küste von Borneo ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Maschinenraum der „Azamara Quest“ habe schnell gelöscht werden können, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises auf ihrer Webseite mit. Inzwischen fährt das Schiff mit eigener Kraft in einen Hafen nach Malaysia.

          Fünf Mitglieder der Besatzung seien am Freitagabend durch eine Rauchgasvergiftung verletzt worden, einer von ihnen schwer. Alle 600 Passagiere, die vorwiegend aus den Vereinigten Staaten und Europa stammen, seien wohlauf, hieß es bei der Reederei. Nach Angaben ihrer für Deutschland zuständigen Sprecherin Marina Noble verzeichnet die Passagierliste 36 Personen deutscher Nationalität.

          Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin machte am Samstag keine Angaben zur Zahl deutscher Passagiere. Nach Angaben des Außenministeriums stehen das Amt und mehrere Botschaften in Kontakt mit der Reederei und den zuständigen Behörden. „Die Botschaften bereiten sich darauf vor, die Deutschen an Bord konsularisch zu betreuen, sobald sie an Land gegangen sind“, hieß es in einer Mitteilung des Amtes.

          Die „Azamara Quest“ trieb laut Reederei zunächst 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nachdem die Ingenieure den Antrieb wieder hergestellt hatten, ist der Hafen der Stadt Sandakan im Norden Malaysias das Ziel, wo die Reise auch enden soll. Bei einer Geschwindigkeit von sechs Knoten werde die Fahrt vermutlich ein bis zwei Tage dauern.

          Nach dem Feuer sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, heißt es in den Mitteilungen der Reederei.

          Azamara Club Cruises ist eine Marke des Kreuzfahrtkonzerns Royal Carribean, der insgesamt 40 Schiffe besitzt. Azamara-Präsident Larry Pimentel werde ab Montag in Malaysia die Passagiere persönlich erwarten, um deren Weiter- oder Heimreise sicherzustellen, hieß es am Samstag. Neben der vollen Erstattung des Reisepreises soll jeder Gast einen Kreuzfahrt-Gutschein in gleicher Höhe erhalten.

          Das Fünf-Sterne-Schiff hatte Hongkong am 26. März verlassen und war nach einem Stopp in Manila auf den Philippinen auf einem großen Südostasien-Trip unterwegs nach Singapur.

          Persönliche Atmosphäre und luxuriöser Service

          Azamara Club Cruises betreiben zwei Schiffe, die „Quest“ mit Platz für bis zu 694 Passagiere und mehr als 300 Crewmitglieder, und das Schwesterschiff „Azamara Journey“. Beide sind relativ klein, werben mit einer persönlichen Atmosphäre und luxuriösem Service, und können auch kleinere Häfen anlaufen. Die „Quest“ wurde nach Angaben der Reederei im Mai 2000 in den Dienst gestellt.

          Die Havarie ist der dritte größere Zwischenfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Am 13. Januar lief die „Costa Concordia“ wahrscheinlich wegen eines Fehlers des Kapitäns vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Dabei starben 32 Menschen.

          Gut sechs Wochen danach, Ende Februar, havarierte das Schwesterschiff „Costa Allegra“ nach einem Brand vor den Seychellen. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.

          Deutsche Kreuzfahrt-Veranstalter verzeichneten dennoch laut dem Deutschen Reiseverband keinen nennenswerten Rückgang bei den Buchungen. Im Gegensatz dazu berichteten die Kreuzfahrtkonzerne Carnival, zu dem die Schiffe von Costa Cruises gehören, und Royal Carribean, über deutliche Umsatzeinbußen.

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