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300 Jahre St. Petersburg : Die alte Hauptstadt feiert Geburtstag

  • Aktualisiert am

Mit vielen Rubeln renoviert: Der Große Palast in Peterhof Bild: Caparol

Die alte Zarenpracht bleibt der ehemaligen russischen Hauptstadt nur in der Erinnerung. Doch die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag der Stadt an der Newa knüpfen an ein lange verschlossenes Kapitel von St. Petersburg an.

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          Rußlands frühere Hauptstadt Sankt Petersburg feiert mit Gottesdiensten, sportlichen Wettkämpfen und einem Aufmarsch von Kadetten ihren 300. Geburtstag. Zehn Flugzeuge der russischen Luftwaffe stehen bereit, um mit Geschossen aus Trockeneis jedes Wölkchen, das die Feier stören könnte, frühzeitig zum Abregnen zu zwingen.

          Am 27. Mai 1703 hatte Peter der Große den Grundstein für die Festung "Sankt-Piter-Burch" legen lassen. An dem strategisch günstig gelegenen Platz, einem eisfreien Ort am Finnischen Meerbusen, ließ der russische Zar seine neue Hauptstadt errichten. 1712 zog er mit seinem Gefolge in sein "Paradies" um. Der Herrscher ließ das karge Sumpfgebiet von Leibeigenen in eine der prächtigsten europäischen Städte verwandeln.

          Bernsteinzimmer eröffnet

          Die Pracht vergangener Epochen wurde der ehemaligen Zarenresidenz in den Zeiten des Kommunismus zur Last, denn sie war weder erwünscht noch geduldet. Seit seinem Amtsantritt versucht jedoch Putin, seine Heimatstadt aufzuwerten. Vor dem Jubiläum hatte die Regierung die historischen Sehenswürdigkeiten in der zweitgrößten russischen Stadt für mehr als eine Milliarde Euro renovieren lassen.

          Am Wochenende werden 45 Staatschefs aus aller Welt zu Ehren der Jubilarin erwartet. Darunter der amerikanische Präsident George W. Bush und Chinas Staatschef Hu Jintao sowie Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Führungen der übrigen EU-Staaten. Am Samstag eröffnen Putin und Schröder gemeinsam das rekonstruierte Bernsteinzimmers. Die Stadt an der Newa wird dann zumindest für einige Tage das sein, als was sie gegründet wurde und was sie 200 Jahre lang war: die Hauptstadt Rußlands.

          Weltstadt mit Provinzschicksal

          Die wechselvolle Geschichte von St. Petersburg, das auch im Zuge antideutscher Kriegsstimmung erst Petrograd und dann viele Jahre Leningrad genannt wurde, spiegelt die Distanz zu Europa wieder. Leningrad wurde, nach einem geflügelten Wort, eine "Weltstadt mit Provinzschicksal". Das Fenster nach Europa war in der Sowjetzeit zu.

          Daß St. Petersburg wieder als „Brücke zwischen Rußland und Europa“ dienen könne, hofft der russische Präsident für seine Heimatstadt. Die Stadt an der Newa sei „der Zugang, über den Europäer Rußland besser verstehen lernen“, sagte Putin, denn die Petersberger, da ist der Präsident überzeugt, ähneln ihrer Mentalität nach von allen Russen am meisten den Europäern.

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