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23.226 Tage Elizabeth II. : Königin Elisabeth II. macht kein großes Aufhebens

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Offiziell abgesegnetes Foto: Elizabeth II. im Buckingham Palace Bild: Mary McCartney/Queen Elizabeth II via AP

Über Nacht zieht Elisabeth II. an einer legendären Vorläuferin vorbei. Für die meisten war sie schon immer da: Nie saß ein britischer Monarch länger auf dem Thron. Einen Festakt gibt es deshalb aber nicht.

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          Königin Elisabeth II. wurde in der Nacht auf Mittwoch die am längsten herrschende britische Monarchin. Gegen 05.30 Uhr war die 89-Jährige 23.226 Tage, 16 Stunden und 30 Minuten Queen - und überholte damit ihre Ururgroßmutter Victoria. Auf die Minute genau lässt sich das nicht sagen, weil nicht überliefert ist, wann genau ihr Vater König George im Februar 1952 im Schlaf starb und so seine Tochter über Nacht zur Königin machte.

          Die Regentschaft von Elisabeth II. war unter anderem geprägt vom Zerfall des britischen Weltreichs, einem wirtschaftlichen Kollaps sowie vom blutigen Unabhängigkeitskampf der nordirischen Untergrundorganisation IRA.

          Victoria regierte von 1837 bis 1901, ihre Ururenkelin Elizabeth II. seit 1953
          Victoria regierte von 1837 bis 1901, ihre Ururenkelin Elizabeth II. seit 1953 : Bild: dpa

          Eine besondere Zeremonie ist am Mittwoch nicht geplant. Mit der Eröffnung einer Eisenbahnstrecke in Schottland absolviert die Queen einen normalen Besuchstermin. Ihr Mann Prinz Philip (94) wird auch dabei sein.

          Deutscher Hofschneider

          Das britische Königshaus feiert den Rekord der Queen mit einem neuen Porträtfoto. Elisabeth ist darauf im Juli in ihrem privaten Audienzraum im Buckingham-Palast zu sehen, wie der Palast am Mittwoch mitteilte. Ihr pink-weiß geblümtes Kleid stammt aus deutscher Hand: Von Karl-Ludwig Rehse, der seit mehr als 25 Jahren der Königin ihre typischen Kleider auf den Leib schneidert. Aufgenommen hat das Foto die britische Fotografin Mary McCartney, eine Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney.

          Die Queen ist in dem Raum zu sehen, in dem sie die britischen Premierminister wöchentlich zur Audienz lädt. Auch Staats- und Regierungschefs anderer Länder haben dort schon mit ihr gesprochen - unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Amerikas Präsident Barack Obama. Elisabeth sitzt am Schreibtisch mit einem der roten Kästen, in denen ihr so gut wie jeden Tag offizielle Papiere gebracht werden, egal, wo sie sich gerade aufhält. Es sind immer noch dieselben, die zu ihrer Krönung angefertigt wurden.

          Langes Herrschen : Queen vor Regentschafts-Rekord

          Höhe- und Tiefpunkte der Regierungszeit Elizabeth II.

          KRÖNUNG: Die pompöse und sehr traditionelle Feier am 2. Juni 1953 war das erste große Fernseh-Ereignis in Europa. Die BBC übertrug live - damals eine Sensation und kritisch beäugt von vielen im Establishment. Die Verkaufszahlen für Fernseher gingen in Großbritannien durch die Decke. Dass es geradezu altmodisch zuging bei der Zeremonie, soll ein persönlicher Wunsch der jungen Königin gewesen sein.

          PHILIP: Im November werden es 68 Jahre sein, die Elizabeth und Philip (94) verheiratet sind. Der Prinzgemahl war immer an ihrer Seite, tat sich mit seiner Rolle als „Mann von“ aber manchmal schwer. Verliebt hat die Queen sich in den gebürtigen Prinzen von Griechenland und Dänemark schon als Teenager. Im Gegensatz zu ihr fällt Philip oft mit flapsigen bis unverschämten Bemerkungen auf - die Königin trägt es mit Fassung.

          FAMILIE: Thronfolger Prinz Charles (66) und seine Schwester Anne (65) kamen zur Welt, als Elizabeth noch Prinzessin war. Nach einigen Jahren, in denen sie sich voll den Regierungsgeschäften widmete, bekam sie mit Andrew (55) und Edward (51) zwei weitere Söhne. Die Queen hat acht Enkel, darunter Prinz William (33) und Prinz Harry (30), sowie fünf Urenkel. Die Geburt von Prinz George 2013 ließ die Briten jubeln. Zuletzt kam im Sommer Prinzessin Charlotte dazu.

          REISEN: In ihrer langen Regierungszeit hat die Queen bisher 97 Staatsbesuche im Ausland absolviert, davon gingen fünf nach Deutschland - zuletzt im Juni. Zum ersten Mal kam sie 1965 auf Staatsbesuch in die Bundesrepublik. Das war 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Geste der Versöhnung. Auch als Gastgeberin ist die Queen fleißig, bisher hat sie 109 Staatsbesuche empfangen.

          COMMONWEALTH: Die Queen erbte 1952 kein Weltreich mehr, die endgültige Auflösung des britischen Empires fiel aber in ihre Regierungszeit. Viele der ehemaligen Kolonien sind mit den Briten noch über das Commonwealth verbunden, dessen Oberhaupt Elizabeth II. ist. 173 Mal hat sie Commonwealth-Länder besucht. Ihre erste Reise nach Kenia trat sie als 25 Jahre alte Prinzessin an und erfuhr am 6. Februar 1952, dass ihr Vater gestorben war. Seitdem haben nur zwei Länder den Staatenbund verlassen, Simbabwe 2003 und Gambia 2013.

          KRISENJAHR 1992: „Annus horribilis“ hat die Queen das Jahr genannt, in dem besonders viel Ungemach zusammenkam. Da war erstens die Sorge um die Kinder: Prinzessin Anne ließ sich scheiden, Charles und Diana trennten sich offiziell, Prinz Andrew und Sarah „Fergie“ Ferguson gingen ebenfalls auseinander. Außerdem brach auf Schloss Windsor ein Feuer aus und richtete gewaltigen Schaden an. Für den sollten erst die Steuerzahler aufkommen - ein Sturm der Entrüstung erhob sich. Seitdem zahlt die Queen „freiwillig“ Einkommens- und Kapitalertragssteuer.

          DIANA: Die Mutter der Prinzen William und Harry war 36, als sie im August 1997 nach einem Autounfall in Paris starb. Ein ganzes Land versank in Trauer - und die Queen tat sich schwer, ihrem Volk gerecht zu werden. Viele fanden, dass ihr öffentlicher Auftritt und ihre Ansprache zu spät kamen. Die Beliebtheit des Königshauses, dem manche die Schuld am Schicksal der „Prinzessin der Herzen“ gaben, sank auf einen Tiefpunkt.

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