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#112live : Feuerwehr twittert im Minutentakt und zeigt Berufsalltag

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Blick in den Raum für die Notrufannahme in der Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr Hamburg. Das erste bundesweite „Twittergewitter“ findet am Europäischen Tag des Notrufs statt, der passend zur Notrufnummer 112 am 11.2. ist. Bild: dpa

Zwölf Stunden lang geben insgesamt 41 Berufsfeuerwehren in Deutschland auf Twitter einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Unter dem Hashtag #112live sammeln sich kuriose, aber auch ernste Anliegen der Retter.

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          „Respektlosigkeit erleben wir jeden Tag, aber wir genießen auch jeden Tag Respekt und Ansehen“, sagte der Sprecher der deutschlandweit größten Bundesfeuerwehr in Berlin, Frederic Finner. Mit einer Aktion auf Twitter möchten Einsatzkräfte der Feuerwehr in der gesamten Bundesrepublik ihre Arbeit transparenter machen und damit zeigen, welche Masse an Notrufen täglich zu bewältigen ist. Unter dem Hashtag #112live twittern die Feuerwehr-Mitarbeiter am Montag bis 20 Uhr bundesweit über ihre Einsätze – pünktlich zum Tag des europäischen Notrufs. Dabei soll auch darüber informiert werden, wann der Notruf 112 gewählt werden soll und wann besser nicht.

          Es laufen aber auch durchaus amüsante Meldungen ein. So twitterte die Feuerwehr Hamburg: „Verkehrte Welt: zukünftige, kleine Feuerwehrleute spielen auf Laubengang mit Playmobil-Feuerwehrautos. Spielerische Hilfeschreie der Kinder führten dazu, dass eine besorgte Nachbarin den Notruf der Feuerwehr rief.“ Manch eine Feuerwehr betrachtet das „Twitter-Gewitter“ ebenfalls mit einem Augenzwinkern, wie zum Beispiel die Freiwillige Berufsfeuerwehr Puhlheim:

          Die Einsatzkräfte ärgern sich immer wieder darüber, dass sie zu Notfällen gerufen werden, die keine sind. Eine verstopfte Toilette gehöre definitiv nicht in die Kategorie „Notruf“. So twitterte die Feuerwehr Wiesbaden nach einem Anruf wegen einer defekten Heizung: „Sorry, bitte den Vermieter anrufen oder einen Installateur beauftragen.“ Ein weiterer Anrufer aus Wiesbaden hatte offenbar Probleme mit einem Zäpfchen: „Anrufer meldet der Leitstelle: Zäpfchen geht nicht rein. Rettungswagen soll kommen! Von uns an den Hausarzt verwiesen.“ Ein Rettungswagen in Cottbus sollte nach dem Notruf wohl doch nicht kommen: „43-jähriger Mann wählt den Notruf. Er hat Sorge um seinen Blutdruck. Mutter zwängt sich in das Notrufgespräch und rät vom Einsatz ab. So geht das aber nicht. Der Rettungswagen kommt natürlich trotzdem.“

          Doch abseits der amüsanten Meldungen erinnert die Feuerwehr Wiesbaden auch an die richtige Verwendung der Nummer 112: „‚Ich will doch nur reden?' Leider benutzen manche Zeitgenossen den Notruf auch als Kummerkasten oder um unsere Einsatzbearbeiter zu beschimpfen. Dabei ist Notrufmissbrauch strafbar und blockiert die Leitungen für echte Notfälle.“ Besonders aktiv war am Montag auch die Feuerwehr Frankfurt, die in Abständen von nur wenigen Minuten zu diversen Rettungseinsätzen postete. Um 12:00 wurden bereits 169 Einsätze gemeldet. „Eine Katze auf dem Baum war noch nicht dabei“, hieß es.

          Das „Twittergewitter“ geht auf eine Initiative der Berliner Feuerwehr und der Berufsfeuerwehren aus München, Hamburg, Düsseldorf, Bremen und Frankfurt zurück. Vorbild sind ähnliche Aktionen der Polizei, die schon vor Jahren alle Notrufeinsätze in insgesamt 24 Stunden über Twitter geteilt hatte.

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