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Kampf gegen Müll : Verpackungshersteller müssen sich ab sofort registrieren lassen

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Gelbe Säcke in Ulm Bild: dpa

Wie kann man den Verpackungsmüll reduzieren – und was müssen Unternehmen tun? Für sie soll es künftig schwerer werden, sich um das Recycling zu drücken.

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          Hersteller von Verpackungen und Händler, die verpackte Waren verkaufen, sollen sich nicht mehr vor den Kosten für die Entsorgung und das Recycling drücken können. Sie alle müssen sich bis Januar in ein neues Verpackungsregister eintragen, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Das Register ging am Donnerstag online. Auch Verbraucher können auf der Seite nachschauen, ob ein Unternehmen sich an die Vorschriften hält.

          Registrieren müssen sich laut Ministerium „alle, die verpackte Waren für den privaten Endverbraucher in Deutschland erstmalig in Verkehr bringen“. Damit werde für jeden erkennbar, ob ein Hersteller seine Produktverantwortung für seine Verpackungen ernst nimmt. Hersteller, die nicht registriert sind, dürften ihre verpackte Ware ab Januar nicht mehr verkaufen, mahnte das Ministerium.

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          Das neue Verpackungsregister trage dazu bei, dass die Kosten künftig fair auf alle Verursacher verteilt werden, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Manche Produzenten, die sich bisher vor ihrer Verantwortung gedrückt haben, werden sich dann womöglich zum ersten Mal Gedanken machen müssen, wie sie sparsamer und ökologischer verpacken können.“

          Am 1. Januar tritt das neue Verpackungsgesetz mit höheren Recyclingquoten in Kraft. „Wir produzieren in Deutschland zu viel Plastikmüll. Das wollen wir ändern, indem wir überflüssiges Plastik vermeiden und dafür sorgen, dass Verpackungen klüger und ökologischer gestaltet werden“, erklärte Schulze. Das, was nicht vermeidbar sei, müsse mehr als bisher recycelt werden. Deutschland ist in Europa Spitzenreiter beim Verpackungsmüll. 220 Kilogramm davon produziert ein Bundesbürger rechnerisch pro Jahr.

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