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Neue FAZ.NET-Serie : Können wir ohne Plastik leben?

Bild: FAZ.NET

Ein Leben ohne Kunststoff – fast unvorstellbar. Doch er wird zunehmend zu einem Problem für die Umwelt. Wir beleuchten Plastik einen Monat lang: Wie sollen wir in Zukunft damit umgehen?

          2 Min.

          Sitzen Sie gerade am Computer? Haben Sie ein Smartphone in der Hand oder fahren Sie mit dem Zug durchs Land? Auf dem Tisch eine Wasserflasche, im Mülleimer die To-Go-Verpackung des Mittagessens? Plastik ist überall und das in großen Mengen.

          Martin Franke

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Kunststoff ist ein Erfolgsprodukt seit über 100 Jahren. Es wiegt wenig, ist vielfältig und günstig einsetzbar und ziemlich praktisch. Sein Einsatz macht Gebäude energieeffizienter und seine Herstellung hinterlässt nicht selten einen kleineren ökologischen Fußabdruck, als scheinbar nachhaltigere Alternativen. In der Medizin erfüllt es wichtige Aufgaben – allein, der digitale Wandel wäre ohne Kunststoffe unvorstellbar.

          Aber das Plastik hat auch große Nachteile: Die begrenzte Ressource Rohöl wird verbraucht; kein unerheblicher Teil landet am Ende des Plastik-Lebens in der Natur – Meere, Strände und Flüsse werden zu unsauberen Orten entzaubert, der Kreislauf für Hunderte Jahre gestört; Tiere verenden qualvoll, weil sie Plastikteilchen für Nahrung halten; und potentiell kann Plastik auch uns Menschen gefährden, wenn Mikroplastik über das Trinkwasser oder die Nahrungsaufnahme in unseren Körpern gelangt.

          Bilder von riesigen Plastikinseln in den Ozeanen und Videos von Tauchgängen inmitten von Plastikwolken haben das Thema auf das internationale Parkett katapultiert. Selten war das Bewusstsein, dass Plastik ein Problem für die Umwelt ist, so groß. Erste Länder haben schon reagiert: Bis 2021 will Costa Rica der erste Staat weltweit sein, der komplett auf Einwegplastik verzichtet. In Frankreich soll bis 2020 sämtliches Plastikgeschirr verboten werden – unter anderem Großbritannien und einige Städte in Nordamerika sind schon so weit. Noch in diesem Jahr soll in Neuseeland Mikroplastik aus Kosmetikprodukten verbannt werden. In Deutschland haben einige Supermarktketten die Initiative ergriffen: Sie haben Plastiktüten oder Plastikstrohhalme aus ihrem Sortiment gestrichen und sich ambitionierte Ziele gesetzt, Verpackungsmaterial einzusparen. Und auch die EU streitet sich derzeit über Möglichkeiten, den Plastikverbrauch zu reduzieren, etwa durch Verbote oder Steuern.

          Wir wagen den Selbstversuch

          Ein wichtiger Aspekt ist aber auch das Recycling, denn ganz ohne Kunststoff ist unser Leben, wie wir es heute kennen, nicht mehr zu bewerkstelligen. Deshalb müssen Lösungen gefunden werden, Recyclingquoten zu erhöhen und Plastik langlebiger zu machen, damit weniger davon in den Verbrennungsanlagen, auf den Deponien oder schlimmstenfalls in den Meeren landet.

          Mit der FAZ.NET-Themenserie „Generation Plastik“ wollen wir den Themenkomplex Plastik einen Monat lang intensiv unter die Lupe nehmen. Woher kommt Plastik, welche Nutzen und welche Nachteile sind mit dem Werkstoff verbunden? Wie kann die unglaubliche Menge an Plastikmüll reduziert werden? Müssen wir unseren Konsum reduzieren oder am besten gleich ganz einstellen?

          Wir wollen Antworten auf all diese Fragen finden: Wie es sich als Familie plastikfrei lebt, wie der Müll-Kreislauf funktioniert und was Mikroplastik für unsere Binnengewässer bedeutet. Wir fragen den Rewe-Chef, ob der Supermarkt der Zukunft nachhaltiger wird und suchen nach Alternativen für Kunststoffe. Und was sagt eigentlich die Kunststoffindustrie zu all dem Müll im Meer?

          Generation Plastik
          Generation Plastik

          Kunststoff ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken – doch der Planet erstickt darin. Müssen wir darauf verzichten? Wir suchen einen Monat nach Antworten.

          Mehr erfahren

          Folgen Sie uns aber auch einen Monat, wie wir selbst versuchen, auf Plastik zu verzichten. Ist das überhaupt möglich? Oder ist es vielleicht einfacher als gedacht? Wie sinnvoll ist es? Unsere persönlichen Erfahrungen, Probleme und Erfolge teilen wir auf Instagram. Die Themenbeiträge finden Sie jeden Montag und Donnerstag auf faz.net/plastik. Schicken Sie uns Feedback, Kritik, Fragen und Anregungen gerne per E-Mail an: plastik@faz.de.

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