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Das sollten Sie wissen : Was ist Plastik?

Bunt und divers: Gibt man Kunststoff neue Materialien dazu, verändert es seine Eigenschaften wie Farbe, Form oder Elastizität. Bild: AFP

Kunststoffe haben viele Eigenschaften, die man beeinflussen kann. Daher ist Plastik nicht gleich Plastik. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu dem Material.

          Plastik hat es derzeit schwer. Von allen Seiten muss es Kritik einstecken – dafür, dass es in den Mägen von Vögeln und Fischen landet, die Meere vermüllt und dort auf Jahrhunderte ein Fremdkörper im Ökosystem sein wird.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Doch abgesehen von seinem problematischen ökologischen Fußabdruck ist Plastik ein faszinierendes Material. Kein anderer Werkstoff ist so wandlungsfähig und vielseitig einsetzbar. In den meisten Fällen wird für seine Herstellung zudem weitaus weniger Energie und Wasser verbraucht, als für nachhaltigere Alternativen. Und in vielen Lebensbereichen übernimmt es wichtige Aufgaben, etwa in der Medizin. Aber was ist Plastik eigentlich genau? Und wie wird es hergestellt?

          Der Begriff Plastik ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoffe aller Art. Kunststoffe sind synthetisch – aus dem Rohstoff Erdöl – oder halbsynthetisch – durch Modifikation natürlicher Polymere – hergestellte Festkörper. Umgewandelte Naturprodukte sind zum Beispiel Gummi aus dem Saft der Gummibäume (Kautschuk) und Fasern, die aus Cellulose gewonnen werden.

          Chemisches Lego

          Hinter dem Großteil der Kunststoffe steckt jedoch ein synthetischer Prozess. Weil der zentrale Rohstoff dafür Erdöl ist, ist Plastik zwar eine künstlich hergestellte Substanz, besteht jedoch – anders als Stahl und Glas – aus organischem Material; einfache Kunststoffe setzen sich aus nur drei Elementen zusammen: Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.

          Durch Destillation wird das Erdöl in flüssige und gasförmige Bestandteile sowie Rückstände getrennt. Dabei entsteht auch das für die Plastikherstellung wichtige Rohbenzin. Mithilfe des sogenannten Cracking-Verfahrens wird das Rohbenzin, auch Naphtha genannt, in Ethylen, Propylen, Butylen und andere Kohlenwasserstoff-Verbindungen aufgespalten.

          Schließlich folgt die Synthese, in der durch Hitze, Lösungen oder Druck aus kleinen Bausteinen (Monomere) netz- und kettenförmige Moleküle (Polymere) entstehen. Hier passiert die Magie: Zwei für sich genommen gefährliche Substanzen können sich zu einem neuen, harmlosen und nützlichen Material zusammenfügen – so ist es zum Beispiel bei Nylon.

          „Duroplastik-Bomber“

          Die Art des Synthese-Verfahrens entscheidet indes darüber, welche Form der Kunststoff annimmt. Hier zeigt sich die große Stärke von Plastik: Zugfestigkeit, Härtegrad und Dichte, Bruchdehnung, Durchschlagsfestigkeit, Feuchtigkeitsaufnahme, Temperaturbereich und Wärmebeständigkeit können flexibel bestimmt werden. Oft reicht eine winzige Menge einer Substanz, um die Eigenschaften eines Kunststoffes komplett zu verändern.

          Je nachdem, welche Charakteristika ein Kunststoff aufweist, wird er in eine von drei großen Gruppen eingeteilt: Thermoplaste finden sich zum Beispiel in PET-Plastikflaschen. Sie können mehrmals eingeschmolzen und wiederverwendet werden. Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe. Das kaugummiähnliche Plastik findet sich zum Beispiel in Reifen, Gummibändern und Dichtungsringen. Die dritte Gruppe ist die der Duroplaste. Diese Art von Kunststoff ist zwar nicht recycelbar, dafür aber besonders langlebig. Fun Fact: Das Kultfahrzeug der DDR, der Trabant, wurde auch „Duroplast-Bomber“ genannt, weil seine Karosserie aus dem harten und spröden Material bestand.

          Zur weiteren Anpassung des Kunststoffes an die Anforderungen an das Endprodukt können während der Produktion von Kunststoffen sogenannte Additive beigemischt werden. Das sind zum Beispiel Weichmacher, Färbemittel, Stabilisatoren oder Flammschutzmittel.

          Noch tut sich die Wissenschaft schwer, eine perfekte Alternative zu dem so günstigen und wandelbaren Plastik zu finden. Vielversprechende Ideen aber gibt es genug. Mehr darüber erfahren Sie im Laufe unserer Serie „Generation Plastik“.

          Generation Plastik
          Generation Plastik

          Kunststoff ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken – doch der Planet erstickt darin. Müssen wir darauf verzichten? Wir suchen einen Monat nach Antworten.

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