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Trump trifft Putin : Amerika und Russland vereinbaren Waffenruhe in einem Teil Syriens

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Positive Worte – vor den Kameras: Donald Trump und Wladimir Putin am Freitag in Hamburg Bild: SPUTNIK/REX/Shutterstock

Es war mit Spannung erwartet worden: das erste Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin. Danach finden beide höfliche Worte füreinander – und berichten von einem ersten Erfolg für Syrien. Ein Kommentar.

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          Russlands Staatschef Wladimir Putin und Amerikas Präsident Donald Trump haben sich auf einen Waffenstillstand für den Südwesten Syriens verständigt. Die Waffenruhe, an der auch Jordanien beteiligt sei, solle am Sonntag beginnen, sagte der amerikanische Außenminister Rex Tillerson nach dem Treffen am Freitag am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg. Offenbar sei die Vereinbarung in der jordanischen Hauptstadt Amman getroffen worden.

          Es handele sich um eine sehr wichtige Region in Syrien. „Es ist unser erster Erfolg“, sagte Tillerson. Er hoffe, dass dies fortgesetzt werden könne in anderen Regionen Syriens. Hinsichtlich von Syriens Präsident Baschar al-Assad habe sich die amerikanische Haltung nicht geändert. „Wir sehen keinen Platz für die Familie Assad in der politischen Zukunft Syriens“, so Tillerson. Es sei jedoch noch nicht entschieden, wie eine Machtübergabe und ein Abdanken Assads gestaltet werden könne.

          Zuvor hatte der Trump hat sein erstes persönliches Treffen mit Putin als Ehre bezeichnet. Er habe mit dem russischen Staatschef bereits „verschiedene Dinge“ besprochen, sagte der Republikaner am Freitag in Hamburg: „Und ich denke, es läuft sehr gut.“ Das erste Treffen der beiden Staatschefs dauerte insgesamt über zwei Stunden. Beide sprachen damit deutlich länger miteinander als geplant, wie russische Agenturen meldeten. Durch das lange Gespräch verzögerte sich auch Trumps und Putins Eintreffen zum Abendprogramm des Gipfels in der Hamburger Elbphilharmonie.

          Trump wolle den Gesprächsfaden gerne fortführen. Putin sprach seinerseits von einem wichtigen beiderseitigen Treffen, auch wenn es zuvor bereits Telefonate gegeben habe. Doch diese seien niemals ausreichend. „Ich bin erfreut, Sie persönlich zu treffen“, fügte er hinzu. Die Begegnung der beiden Staatschefs wurde unter anderem mit Blick auf Ermittlungen in den Vereinigten Staaten wegen etwaiger Absprachen zwischen Russland und Trumps Umfeld im Wahlkampf mit Spannung erwartet.

          Trump: Ich hoffe, „dass positive Dinge geschehen“

          Trump und Putin hatten sich beim Gipfel nur von ihren Außenministern begleitet zusammen gesetzt und äußerten danach die Hoffnung auf bessere bilaterale Beziehungen. Putin sagte, er wolle die drängendsten bilateralen und internationalen Fragen besprechen und hoffe „auf positive Ergebnisse“. Trump sagte, er hoffe, „dass positive Dinge geschehen“.

          Das russisch-amerikanische Verhältnis ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach vorherigen Ankündigungen sollte es bei dem Gespräch auch um die Kriege in Syrien und der Ukraine gehen. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten die Spitzenbegegnung vormittags in Hamburg vorbereitet.

          Die Präsidenten saßen auf weißen Stühlen und wandten sich einander immer wieder zu. Trump wirkte allerdings angespannt, solange noch Journalisten im Raum waren. Der Präsident reagierte nicht auf den Zuruf von Reportern, ob er die mutmaßliche russische Einmischung in die amerikanische Präsidentschaftswahl ansprechen werde. Nach Auffassung von amerikanischen Geheimdiensten haben russische Hacker versucht, durch den Diebstahl von Daten der Demokratischen Partei die Wahl zu beeinflussen.

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