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Unternehmen in Hamburg : Das große Zittern vor dem G-20-Gipfeltreffen

Das Hamburger Unternehmen Fritz-Kola kritisiert den G-20-Gipfel. Trotzdem nutzt es die Lage für einen Werbegag. Bild: dpa

Sicherheitsvorkehrungen und Sonderurlaub: Hamburgs Wirtschaft rüstet sich für das Treffen der Mächtigen. Die Angst vor Protesten ist groß. Doch es gibt auch Profiteure.

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          Constanze Samson ist sauer. Eigentlich sind Freitag und Samstag ihre umsatzstärksten Tage, doch an diesem Wochenende muss sie ihren Laden „Hansekind“, ein Geschäft für Kinderkleidung, Spielzeug und Möbel, zumachen. Der Grund: Ihr Geschäft liegt in der Einkaufspassage Levantehaus, die direkt an das Hamburger Hotel Park Hyatt grenzt. Dort wird Russlands Präsident Wladimir Putin während des G-20-Gipfeltreffens schlafen. Und die Sicherheitsvorkehrungen machen einen normalen Betrieb unmöglich. „Ich finde es unglaublich, dass unser Leben derart eingeschränkt wird“, sagt Samson. „Der Aufwand, der für diesen Gipfel betrieben wird, ist viel zu groß.“

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Das Levantehaus an der Mönckebergstraße im Zentrum ist nur einer von vielen Standorten, an denen die Unternehmen während des Gipfeltreffens mit großen Einschränkungen rechnen müssen. Allein für die Händler in der Innenstadt erwartet die Vereinigung Citymanagement Umsatzeinbußen in Höhe von 15 Millionen Euro. Noch härter dürfte es Händler, Restaurantbetreiber und Kreative treffen, die in der Schanze und im Karolinenviertel nahe des Messegeländes sitzen, wo die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gipfeltreffen am 7. und 8. Juli besonders hoch sind und viele Demonstrationen erwartet werden. Auch in anderen Teilen des Stadtgebiets ist die Wirtschaft alarmiert. Viele Unternehmen befürchten, dass das öffentliche Leben in Teilen lahmgelegt wird, und haben sich gerüstet.

          Verkürzte Öffnungszeiten und Sonderurlaub

          Öffnungszeiten werden verkürzt, Bankautomaten geschlossen. Einige Händler haben ihre Schaufenster mit Brettern verbarrikadiert. Auch an den Verwaltungssitzen der großen Hamburger Konzerne ist die Spannung mit Händen zu greifen. Die Lufthansa Technik AG, die am Hamburger Flughafen firmiert, gibt allen 7400 Mitarbeitern Sonderurlaub. Auch die Beschäftigten des Verlags Gruner + Jahr, der am Baumwall nahe dem Zentrum sitzt, bekommen einen zusätzlichen Tag frei: „Viele Kollegen wissen nicht, ob und, wenn ja, wie sie am Freitag in die Stadt kommen“, sagt ein Sprecher. Nur die Reporter, die für die verlagseigenen Medien wie etwa den „Stern“ über das Treffen berichteten, müssten natürlich zur Arbeit kommen.

          Andere Unternehmen schicken die Belegschaft nach Hause, erwarten aber trotzdem Einsatz. So wird die gesamte Mannschaft des Nivea-Konzerns Beiersdorf, der in Hamburg immerhin 2500 Beschäftigte hat, am Freitag im Home Office sein. Die Reedereigruppe E.R. Capital Holding, die dem Unternehmer Erck Rickmers gehört, arbeitet ebenfalls komplett vom heimischen Schreibtisch aus. Die Lichtblick SE, Deutschlands größter unabhängiger Ökostromanbieter, hat ihren Angestellten empfohlen, Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen. Etwa 300 der 400 Beschäftigten am Sitz in der Innenstadt seien diesem Rat gefolgt, sagt Gero Lücking aus dem Vorstand von Lichtblick: „Unser Büro wird während des G-20-Gipfels ziemlich leer gefegt sein.“

          Terminals am Hafen sollen geschützt werden

          Rund 15000 Polizisten sollen die öffentliche Ordnung aufrechterhalten. Dennoch ist die Angst vor gewaltsamen Protesten groß. Das gilt besonders für den Hafen, wo G-20-Gegner schon Störmanöver und Blockaden angekündigt haben. Als Reaktion hat der Hafenbetrieb Eurogate seine Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Auch die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat Vorkehrungen getroffen, um ihre Terminals zu schützen.

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