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Nach G-20-Krawallen : Kostenlose Nahverkehrstickets für geschädigte Autobesitzer

  • Aktualisiert am

Brennendes Auto in Altona Bild: dpa

Kanzlerin Angela Merkel hat den Opfern der Krawalle in Hamburg schnelle und unbürokratische Entschädigung zugesagt. Jetzt gibt sich auch der Hamburger Verkehrsverbund großzügig.

          Mit einer besonderen Aktion will der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) Opfern der Krawalle rund um den G-20-Gipfel unter die Arme greifen. Für geschädigte Autobesitzer solle es kostenlose Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr geben, teilte der HVV am Sonntag mit. Um die hundert Autos wurden nach Schätzung von Beobachtern während des G-20-Gipfels in Brand gesetzt. Allein an der Elbchaussee brannten etwa 15 Autos, im Schanzenviertel und Altona, aber auch in den östlichen Stadtteilen Hamm und Billstedt gingen weitere in Flammen auf.

          Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verteidigte am Sonntagmorgen die Einsatztaktik der Sicherheitskräfte. „Der Polizeieinsatz war eine große Leistung“, sagte Scholz, der gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Polizisten, Hilfskräfte und betroffene Bürger besuchte. Er weise jede Kritik an der Polizei mit großer Entschiedenheit zurück. „Die haben alles richtig gemacht und einen heldenhaften Einsatz zustande gebracht.“ Scholz dankte den Hamburger Bürgern, „die nicht weniges erdulden mussten“.

          Angesichts angezündeter Autos, beschädigter Häuser und geplünderter Läden fügte er hinzu: „Das alles darf nicht stattfinden. Das ist unverzeihlich und unvertretbar.“ Er hoffe sehr, dass einige der Täter „sehr hohe Haftstrafen“ kassieren würden. „Das haben sie nämlich wirklich verdient. Es sind die Gewalttäter, die mit unvorstellbarer Brutalität vorgegangen sind. Und gegen die muss sich unser gemeinsamer Zorn richten.“ Gemeinsam mit dem Bund werde die Stadt Hamburg alles für eine schnelle Entschädigung der Betroffenen tun.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte solche Hilfen am Samstag nach dem Gipfel zugesagt. Die Frage sei nicht „ob, sondern wie die Betroffenen entschädigt werden“.  Merkel sagte, sie habe mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) abgesprochen, "dass wir prüfen werden, wie wir gemeinsam mit der Hansestadt Hamburg Opfern von Gewalt bei der Beseitigung der entstandenen Schäden helfen können". Die Gespräche über eine möglichst unbürokratische Hilfe sollten sehr schnell beginnen. Zum Vorwurf, der Staat habe versagt, sagte Merkel, der Polizei-Einsatz sei sehr sorgfältig geplant worden. Ein G-20-Gipfel müsse schon wegen der nötigen Hotelkapazitäten in einer Großstadt ausgerichtet werden.

          Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen rund um die Situation in Hamburg in unserem Liveblog.

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