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Erster Gipfeltag : Heute Abend ist „G20 entern“-Demo

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Im Schanzenviertel am Morgen nach den Krawallen. Bild: dpa

Eine Nacht liegt hinter Hamburg, in der wild gewordene Demonstranten viel kaputt gemacht haben. Sie haben noch mehr vor.

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          Nach einer Nacht mit Krawallen und Verwüstung beginnt der G-20-Gipfel offiziell. Die Regierungschefs der wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt treffen sich ab 10 Uhr in den Messehallen der Hansestadt. Ungefähr 19.000 Polizisten sind im Einsatz, um das Treffen und die Stadt zu schützen, denn: Die Krawalle werden wohl weitergehen. Für Freitagabend haben Protestler eine weitere Demonstration angekündigt unter dem Motto „G20 entern“.

          Zugleich gilt von 6 Uhr an diesem Freitag bis um 17 Uhr am Samstagnachmittag in Teilen der Hamburger Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G-20-Treffen. Gleichwohl machten sich Gipfelgegner am Freitagmorgen von ihrem Camp im Volkspark Altona in Gruppen auf den Weg Richtung Innenstadt. Unter dem Motto „Block G20 - Colour The Red Zone“ riefen Aktivisten zu Straßenblockaden und Störaktionen auf. Sie wollten die Anfahrtsrouten der Gipfelteilnehmer lahmlegen und planten auch Aktionen im Hafen.

          Die Protest-Aktion „Welcome to Hell“ am Donnerstagabend endete mit Zusammenstößen zwischen wild gewordenen G-20-Gegnern und der Polizei. Die Polizei setzte während und nach der Autonomen-Kundgebung Wasserwerfer ein, gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Straßen der Innenstadt brannten Barrikaden, Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Beamten, einer der „Welcome to Hell“-Initiatoren von „zahlreichen“ Verletzten auf Seiten der Demonstranten.

          Etwa 1000 Vermummte hatten sich nach Angaben der Polizei unter die rund 12.000 überwiegend friedlichen Demonstranten gemischt. Die Beamten stoppten den Zug kurz nach dem Start und setzten Pfefferspray sowie Wasserwerfer ein. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Flaschen, Feuerwerk wurde gezündet. Die Menge wurde auseinandergetrieben. An vielen Orten in der Innenstadt gab es anschließend Scharmützel, kleinere Barrikaden wurden errichtet und angezündet. Die Veranstalter warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Polizei-Strategie.

          „Vermummung wird nicht geduldet“

          Ein Polizeisprecher sagte: „Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet.“ Man habe versucht, den „Schwarzen Block“ der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

          Eine Kehrmaschine räumt an der roten Flora auf. Bilderstrecke

          Am frühen Freitagmorgen blieb es vergleichsweise ruhig. Den Auseinandersetzungen vom Vorabend folgten nur noch vereinzelt Scharmützel. Der Polizei zufolge beruhigte sich die Lage ab Mitternacht, am frühen Morgen blieb es weitgehend ruhig. „Es hätte schlimmer kommen können“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

          Im Hamburger Schanzenviertel waren am frühen Morgen noch überall Spuren der Verwüstung zu sehen. Bankautomaten wurden demoliert, ganze Straßenzüge mit waren mit Glasscherben und herausgerissenen Pflastersteinen bedeckt. Auch in anderen Stadtteilen gab es Zerstörungen. Die Stadtreinigung begann mit den Aufräumarbeiten.

          Wie viele Demonstranten festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden, blieb zunächst unklar. Die Polizei wollte sich dazu am Morgen äußern. Andreas Blechschmidt von den Anmeldern von „Welcome to Hell“ sagte unter Berufung auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten, es habe bis zum späten Abend zwischen 10 und 20 Festnahmen gegeben.

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